Das Studium des Fachs Produktdesign an der HfG Karlsruhe orientiert sich an dem kontinuierlich wachsenden gesellschaftlichen Bedarf an zeitgemäßem Design für die Bereiche der privaten Haushalte, des öffentlichen Raums und der Arbeitswelt. Daher versteht sich dieses Fach als eine Disziplin, die in besonderer Weise auf den soziokulturellen Wandel eingeht. Neben der klassischen Gestaltung seriell herzustellender Güter werden von ProduktdesignerInnen zunehmend konzeptionelle Leistungen erwartet, die die vielfältigen Bedingungen unserer Industriekultur berücksichtigen und kritisch beleuchten.

Die Schwerpunkte der Ausbildung liegen in der interdisziplinären Ausrichtung des Studiums und der Arbeit an Projekten von Beginn an. Im Rahmen dieses konkreten Projektstudiums wird neben der Vermittlung der rein faktischen Grundlagen auch ein intuitiv-emotionaler Zugang zur jeweiligen Aufgabenstellung angeregt und gefördert. Vorrang haben dabei solche Projekte, die neue Perspektiven des Arbeitsgebietes, aber auch neue Formen der Präsentation und des Ressourcenmanagements aufzeigen.

Seit 2009 präsentiert sich der Fachbereich Produktdesign mit einer eigenen Editionskollektion kkaarrlls zur Mailänder Möbelmesse, aber auch zu anderen Anlässen. Die Edition umfasst Möbel, Leuchten, Teppiche sowie Wohnaccessoires und macht die programmatisch stärksten Entwürfe aus der HfG einer interessierten internationalen Öffentlichkeit bzw. Käuferschaft zugänglich.


Simon Diener: "Brittle Objects"

Wie würden Produkte einer Designpraxis aussehen, die von Anfang an deren Dekonstruktion konsequent mit einplant, um ihre Komponenten später wieder als Rohstoff zur Verfügung zu stellen?

Einfach visuell wie physisch zu trennende Komponenten in Leuchtmitteln sind mit der konventionellen Glühbirne ausgestorben. Analog zur Zerlegung einer solchen, bei der ein einziger Schlag genügt, um die unterschiedlichen Materialien freizulegen, wird die Dekomposition der „Brittle Objects“ vorgeschlagen: Im Recyclingwerk zerbrechen die spröden keramischenTeile und geben die leitende Gitterstruktur sowie die diversen anderen sortenreinen elektronischen Bauteile frei, welche anschließend mit Hilfe von Überlaufmagneten etc. aussortiert werden können. Hierfür bedürfen Konfektionierung, Dimensionierung und Ausgestaltung der elektrischen Komponenten der besondere Aufmerksamkeit des Designers, wo nach üblichem Verständnis eingekaufte Teile nur "untergebracht" werden müssen. Die elektronischen Bauteile werden als Gitterstruktur gedacht. Der Einsatz einer Platine ist somit nicht nötig. Die keramischen Fließen halten die Bauteile an Ort und Stelle und übernehmen in äußersten Fällen sogar einzelne Funktionen der Bauteile. Hierdurch kann die Anzahl der benötigten und optimal zu recycelnden Materialien reduziert werden.

Betreuer: Prof. Mario Minale, Hansjerg Maier-Aichen


Shanmei Yao: "Versatile Vagabond"

Mit "Versatile Vagabond" will Shanmei Yao einen Beitrag zum verantwortungsvolleren und buchstäblich unbeschwerteren Reisen leisten. Es handelt sich um ein multifunktionales Kleidungs- und Taschenset für eine kürzere Reise ohne (und zur Vermeidung von) einzucheckendem Gepäck. Der Stauraum für leichteres Gepäck, Kleidung und Wäsche wird mit mehreren Taschen über den Körper verteilt. Das Kleidungsstück bietet verschiedene Kombinationsmöglichkeiten und versteht sich als modulares und experimentelles System.

Leichtigkeit ist zentrales Thema bei Material-, Zutaten- und Farbwahl. Vermeiden von Eigengewicht spielt eine große Rolle. Gewicht zu bewegen kostet Energie. Energie soll eingespart werden. Der Luxus, heutzutage flexibel an ferne Ziele reisen und insbesondere fliegen zu können, hat offensichtlich negative Auswirkungen im Bereich Umweltbelastung & CO2 Ausstoß.

Der grundsätzliche Denkanstoss zum leichteren Reisen steht im Vordergrund. Was brauche ich auf meiner Reise? Was ist wirklich notwendig? Was kann und will ich tragen? Welche Funktion bietet mir das einzelne Kleidungsstück? Welche Kombinationsmöglichkeiten habe ich ?

Betreuer: Prof. Mario Minale / Prof. Volker Albus



Layered Transparency | Displayed Opacity

Diplomarbeit von Anne-Sophie Oberkrome

Die installative Arbeit "Layered Transparency | Displayed Opacity" verhandelt vier verschiedene Produktinszenierungen anhand von vier Präsentationsformen:

  1. Das analoge Objekt im analogen Raum
  2. Das analoge Objekt im digitalen Raum
  3. Das digitale Objekt im digitalen Raum
  4. Das digitale Objekt im analogen Raum

Das zu Beginn noch analoge Objekt durchläuft während dieses Prozesses verschiedene Stadien einer Metamorphose und dokumentiert dadurch den potenziellen Einfluss der jeweiligen Präsentationsform auf sich, das Objekt: Von analog in analog, über digital in digital, bis hin zu digital in analog. Das Objekt – eine Vase – steht als Ding des Alltäglichen in seiner Funktion zwischen Dekoration und Zweck. Als dreidimensionale Bilder dienen bemalte Vasen der Konservierung von Vergangenem. Auf die Oberfläche gelegte Texturen, Inschriften und Zeichnungen erzählen von der Geschichte, in die das Objekt einst eingebettet war.
Das Material – Glas – verkörpert gleichermaßen Schnittstelle und Barriere, die im Analogen sowie im Digitalen zwischen uns und dem Objekt liegt. Daher wird es als Material in jeder Präsentationsform zur Inszenierung genutzt. Eine Schicht, die vor den Dingen liegt.


BBQ Workshop

Wie wird aus Altmetall, Holzresten, Seilen und Pappröhren ein gemeinsames Fest?
Unter Anleitung von Studierenden des Fachbereichs Produktdesign der HfGK werden die Studierenden des ersten Semesters in die Werkstatt eingeführt und erstellen alle Werkzeuge und Utensilien, um ein Grillfest für den gesamten Fachbereich zu veranstalten! Tassen und Teller werden aus Ton geformt, Schrott wird zu Ess- und Grillutensilien kombiniert und andere Teile werden zu einem Grill zusammengefügt, auf dem Fleisch und Gemüse zubereitet werden kann. Das lose Sammelsurium aus Materialien wird zu Hockern oder Bänken, auf denen sich alle um eine Feuerstelle außerhalb der HfG versammeln und gemeinsam in das Semester starten.

Betreuung: Oliver-Selim Boualam, Christoph Hauf und Florian Knöbl gemeinsam mit Chris Kabel und dem Werkstatt-Team


Professor/innen

Akademische Mitarbeiter/innen

Studierenden Projekte & Abschlussarbeiten 2017/18

Studierenden Projekte & Abschlussarbeiten 2016/17