Dr. Barbara Kuon
Akademische Mitarbeiterin für Philosophie und Ästhetik

Kontakt:
T +49 (0) 721 / 8203 2306


Biografie

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2018

Seminar

dienstags
wöchentlich
19-22 Uhr
Blauer Salon

dienstags
14-täglich
10-13 Uhr
Raum 303

The Century of the Self & Other Stories
Politische Aufklärung mit Adam Curtis

Der Dokumentarfilmautor Adam Curtis möchte nicht als Künstler, sondern als Journalist gesehen werden. Dennoch folgen seine Filme einer künstlerischen Strategie, denn er versucht, das von Journalistinnen, Politikerinnen und sonstigen professionellen Akteurinnen des sozialen Lebens gewöhnlich ignorierte oder übersehene große Ganze aufzuzeigen, das er mal als technokratisches Projekt, mal als apokalyptisches politisches Projekt und mal als Projekt der totalen Selbstverwirklichung rekonstruiert. Auf den ersten Blick scheint es sich dabei jeweils um anonyme, durch Sachzwänge ausgelöste Dynamiken zu handeln – doch Curtis gelingt es mit quasi-detektivischem Gespür, sie mit Namen und Gesichtern zu verbinden und als Projekte mit individuellen Autorschaften darzustellen. Als filmisches Material verwendet er quasi den Müll aus dem BBC-Archiv: Aufnahmen, die sonst aus Nachrichten oder Dokumentarfilmen herausgeschnitten werden, montiert Curtis mit harten Schnitten zu dokumentarischen Essayfilmen, die bisweilen den Sog von Politkrimis oder Horrorfilmen entwickeln. Das Seminar besteht aus insgesamt mindestens 28 Stunden Screening an den Dienstagabenden. Im vierzehntäglichen Rhythmus werden an den Dienstagvormittagen die Filme inhaltlich wie formal analysiert und diskutiert; dabei werden thematisch passende Texte philosophischer Autorinnen (u.a. Sigmund Freud, Wilhelm Reich, Theodor W. Adorno, Hannah Arendt, Francis Fukuyama, Jean Baudrillard, Boris Groys) in die Diskussion einbezogen.

Beginn: 24. April

Filmprogramm:

24.04.2018 + 08.05.2018
„Pandora’s Box“
(über Technoutopismus und das Scheitern technokratischer Experimente)
360 min (6 parts)

15.05.2018 + 22.05.2018
„The Mayfair Set“
(über die Geburt des globalen Waffenhandels und die Demontage des britischen Sozialstaats durch einen Club von Unternehmensplünderern) 240 min (4 parts)

29.05.2018 + 05.06.2018
„The Century of the Self“
(über die Transformation der Psychoanalyse in angewandte Konsum- und Propagandawissenschaft und die totalitäre Kultur der Selbstverwirklichung)
240 min (4 parts)

12.06.2018
„The Power of Nightmares“
(über die Geburt der Zwillinge radikaler Islamismus und Neokonservatismus – zwei auf erstaunliche Weise kompatible Reaktionen gegen den westlichen Liberalismus)
180 min (3 parts)

19.06.2018
„The Trap: What Happened to Our Dream of Freedom“
(über das paradoxe moderne Konzept von Freiheit in der Kontrollgesellschaft)
180 min (3 parts)

26.06.2018
„Oh Dearism“ (I+II)
(über die Simplifikation komplexer Ereignisse durch die Mainstream-Medien und die Fabrikation eines sich als ohnmächtig wahrnehmenden Publikums)

03.07.2018
„All Watched Over by Machines of Loving Grace“
(über Sieg und Scheitern von kalifornischem Technoutopismus, Kybernetik und Systemtheorie)
180 min (3 parts)

10.07.2018
„Bitter Lake“
(über das Scheitern diverser Afghanistan-Interventionen und die Entstehung radikalislamistischer Gruppen wie Mudschahedin, Taliban, Al-Kaida oder IS als Konsequenz aus einem verhängnisvollen Pakt zwischen Saudi-Arabien und den USA)
137 min

17.07.2018
„HyperNormalisation“
(über das Internet als Steuerungssystem zur Normierung von Subjektivität) 166 min

Seminar

dienstags
14-täglich
10-13 Uhr
Raum 303

Bauplatz IV

Das Gründungskonzept der HfG Karlsruhe verweist auf das Weimarer Bauhaus als Vorbild; das Gründungskonzept des Bauhaus verweist auf den kollektiven mittelalterlichen Kathedralbau (das „Gesamtkunstwerk“) als Vorbild, bei dem nicht zwischen Kunst und Handwerk unterschieden wurde. Das Bauhaus strebte nicht die Ausbildung individualistischer Kunst- oder Design-Virtuosinnen an, sondern den Aufbau einer neuen, freien und egalitären Gesellschaft – deren räumliche und zeitliche Bedingungen und Umgebungen die Bauhäuslerinnen gestalten würden. Im Seminar werden Reflexionen zum Thema Gesellschaft als Gesamtkunstwerk vorgestellt und diskutiert, u.a. von Richard Wagner, Pjotr Kropotkin, Gustav Landauer, dem Bauhaus-Lehrer Wassily Kandinsky, dem Propheten des elektrifizierten Gesamtkunstwerks Marshall McLuhan und Harald Szeemann. Ein Seitenblick gilt dem (autobiografischen) Bericht über eine studentische spartakistische Zelle am Bauhaus Weimar, die parallel eine Restaurant- und eine Sprengstoffküche betrieb. Das Seminar dient nebenbei als Ideenküche für zwei kollektive Designprojekte: die Neugestaltung der HfG-Cafeteria und die Gestaltung des Gründungsrektorzimmers.

Beginn: 24. April

Sprechstunden:
Raum 308, n. Vereinb.:

Weitere Personen

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