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Foto: From left: (top) Anne Duk Hee Jordan, Diana McCarty & Filipa César, Isabel Seiffert, (bottom) Tereza Ruller, Line-Gry Hørup, Wieki Somers (© Design: Karla Kniep)


ANNE DUK HEE JORDAN

Professur für Kunst Digitaler Medien

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© ANNE DUK HEE JORDAN

ANNE DUK HEE JORDAN erforscht in ihren Arbeiten die verwobenen Beziehungen zwischen Menschen und Nicht-Menschen. Angetrieben von der Faszination für Meereslebewesen, Technologie, Sexualität, Nahrung und ökologischen Systemen, schafft sie Installationen, in denen organische Materialien und Roboterwesen miteinander verschmelzen. Das ermöglicht eine Reflexion über gesellschaftspolitische Fragen zwischen dem Lebendigen und dem Nicht-Lebendigen.

"All unsere Ressourcen, Energie, Inspiration, medizinische Forschung stammen aus organischer, lebender Materie. Wenn wir ökologisch denken, müssen wir zirkulär und ohne Unterbrechung denken. Zoome ich aus meinem Körper heraus und sehe mir das Universum an, gehe ich davon aus, dass ich in einem größeren Maßstab gar nicht existiere. Daher arbeite ich mit Bewegung, romantischen Maschinen, Skulpturen und Pflanzen. Ich erschaffe u.a. artificial stupidity, eine fortlaufende robotische Serie von versagenden Maschinen. Sie fordern ihre Existenzberechtigung ein, wobei ihr Versagen, die Welt zu retten, erklärt, warum wir mehr künstliche Dummheit in dieser Welt brauchen."


DIANA MCCARTY und FILIPA CÉSAR

Professur für Kunst in den Bereichen Time Based Media & Performance

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© DIANA MCCARTY und FILIPA CÉSAR

DIANA MCCARTY ist Künstlerin, Cineastin und feministische Medienaktivistin. Ihre interdisziplinären Projekte konzentrieren sich auf Kunst, Gender und die Politik der Medien. Sie ist Gründungsredakteurin des freien Künstlerradios reboot.fm 88,4 Mhz Berlin und Teil der Red Forest Konstellation. Die daraus resultierenden kollektiven Arbeiten umfassen experimentelle Performances, Audio und Radio, Filme, Videos, Seminare, Screenings, Publikationen und langfristige Partnerschaften. Im Jahr 2022 war sie Mitorganisatorin von Red Forest Radiograms - Nomadic Cosmologies and Fugitive Power, dem deutschen Pavillon der Triennale von Mailand. McCarty erhielt Forschungsstipendien von der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM), BAK, basis voor actuele kunst, Utrecht, und der Kone Foundation, Finnland. Ihre aktuelle Forschung dreht sich um „Energy-Matters in the context of war. Neo-Extraktivismus, fossiler Faschismus und die postnationale Frage“.

FILIPA CÉSAR ist Künstlerin und Filmemacherin. Sie interessiert sich für die fließenden Grenzen zwischen dem Kino und seiner Rezeption, die Politik und Poetik des bewegten Bildes, Umweltgerechtigkeit und Archivierungspraktiken. Seit 2011 erforscht César kollektiv die militante Kinopraxis der afrikanischen Befreiungsbewegung in Guinea-Bissau, indem sie Workshops, Archive, Filme, Performances, Publikationen und Community-Treffen organisiert. Zusammen mit cine-kins hat sie die Mediateca Onshore in Malafo mitbegründet. César hat ihren ersten abendfüllenden Essayfilm SPELL REEL auf der 67. Berlinale 2017 uraufgeführt. Césars Essays, Filme und Performances wurden international in Kontexten wie Gasworks, London; Flaherty Seminar; MoMA, New York; Third Text; L‘Internationale Online; Harvard Art Museum, Boston; HKW, Berlin; Gulbenkian Foundation, Lissabon ; GfZK, Leipzig präsentiert.

"Unsere kollektiven Praktiken sind im weiten Feld der Performance und der Medien angesiedelt, wobei wir uns antikolonialen, feministischen und indigenen Positionen verschrieben haben und mit Technologien der Imagination arbeiten. Wir kombinieren Science-Fiction, Essay-Film, Spiele und Archivierungspraktiken als Forschungsinstrumente zur Erforschung von Geschichte, sozialer Gerechtigkeit und Umwelt. Diese experimentelle Auseinandersetzung mit den Medien beeinflusst die Ethik und Poetik der Produktion und spiegelt sich in der Art und Weise wider, wie die Werke aufgeführt, inszeniert, ausgestellt, kuratiert und vermittelt werden. Wir fühlen uns einer Pädagogik verpflichtet, die horizontale Lernprozesse als inhärent politische Handlungen ansieht, die in der Beziehung zwischen Studenten und Professoren ständig verhandelt werden und die geforderte Verantwortlichkeit ausüben. Wir möchten die Studierenden dazu ermutigen, Projekte und Arbeitsweisen zu entwickeln, die ihren eigenen Drang und ihre Situiertheit in Bezug auf Performance- und Bewegtbildtraditionen, kollaborative Praktiken und eine kritische Reflexion über Technologien widerspiegeln. Unsere Kurse werden von körperlichen Übungen begleitet, um das Bewusstsein für Verletzlichkeiten, körperliches Wohlbefinden und deren Potenziale bei der Herstellung von Imaginationen zu fördern."


ISABEL SEIFFERT

Professur für Kommunikationsdesign und Visual Literacy

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© ISABEL SEIFFERT

ISABEL SEIFFERT (*1986) ist eine Hälfte des in Zürich und Eindhoven ansässigen Designstudios Offshore, das sie 2016 zusammen mit Christoph Miler gründete. Der Fokus ihrer Zusammenarbeit liegt auf Editorial Design, Typografie, Bildgestaltung und forschungsorientierten visuellen Erzählungen. Neben Auftragsarbeiten, Kollaborationen und eigeninitiierten Forschungsprojekten widmet sich das Duo seit einigen Jahren auch der Design-Ausbildung an unterschiedlichen Kunstakademien in den Niederlanden, der Schweiz und Deutschland. Die mehrfach ausgezeichnete Publikationsreihe Migrant Journal hat das Studio nicht nur mitbegründet und mit herausgegeben, sondern es hatte für dieses Projekt auch die künstlerische Leitung inne und war für die Art Direktion und die Gestaltung verantwortlich. Zusammen mit Justinien Tribillon erhielt das Duo in 2019 das Research and Production Fellowship, welches von Les Rencontres d’Arles für die Realisation ihrer Ausstellung VISIBLE UPON BREAKDOWN vergeben wurde (aufgrund der Pandemie abgesagt). Im Jahr 2022 erhielt Offshore den Schweizer Designpreis in Grafikdesign. 2020/21 haben sie im Rahmen eines visuellen Forschungsstipendiums der Jan van Eyck Academie ihr Langzeitprojekt MANAGING THE WILD vertieft und 2022 führte das Duo diese visuelle Forschung im Rahmen eine Stipendienaufenthaltes in der Künstlerresidenz La Becque in Vevey fort.

"In unserem Alltag tauchen wir zunehmend in einen unbändigen Strom komplexer visueller Artefakte ein. Das Verständnis, das wir von der Welt entwickeln, steht dabei in direktem Zusammenhang mit dieser Masse an Bildern und visuellen Codes, die uns permanent umgeben. Visual Literacy, verstanden als Fähigkeit, visuelle Systeme lesen, decodieren und interpretieren zu können, wird so zu einem wichtigen Bestandteil der Verortung in der Welt sowie der individuellen Handlungsfähigkeit. Sie bildet die Grundlage, umbestehende (visuelle) Sprachen der Gegenwart lesen, entschlüsseln und reflektieren zu können. Andererseits ermöglicht ein tiefergreifenderes Verständnis zeitgenössischer visueller Systeme die aktive gestalterischere Intervention in bestehende Codes oder gar deren Neuformulierung. Ein vielseitiges Repertoire an konzeptuellen, formalen, medialen und technischen Werkzeugen sowie das Hinterfragen disziplinärer Grenzen ermöglicht es dabei,sich unterschiedlichenThemenkomplexen zu nähern und sie zu vermitteln. Diese Herangehensweise ergibt sich aus meinem Verständnis, welches die Künstlerin und Autorin Jenny Odellals „Design as Sensemaking“ beschreibt."


LINE-GRY HØRUP

Professur für Kommunikationsdesign

LINE-GRY HØRUP ist Designerin, Schriftstellerin und Forscherin und arbeitet unabhängig und in Zusammenarbeit mit Dichter:innen, Schriftsteller:innen, Künstler:innen, Designer:innen, Herausgeber:innenn und Kurator:innen. Sie arbeitet hauptsächlich an der Produktion von Büchern und visuellen Identitäten. Ihr Atelier befindet sich in Kopenhagen und ist nach einem Gedicht aus ihrer ersten Veröffentlichung Asterpile benannt: BLOOD - The Poems and Archive of R. Broby-Johansen (Kunstverein Publishing 2020). Sie ist Mitbetreiberin des Projektraums und Studios für Grafikdesign und Publishing, stanza. Sie hat einen BFA von der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam und einen MFA vom Werkplaats Typografie in Arnheim, Niederlande.

"Meine Arbeit geht von einem Interesse an Fotografie und Formen der Übersetzung aus, vor allem im Zusammenhang mit der Beziehung zwischen Grafikdesign, Poesie und Bild. Ich verwende den Satz „No Ideas But In Things“ als eine Art Mantra und freue mich sehr darauf, dies im Rahmen meiner Professur an der HfG weiterzugeben und zu erforschen."


WIEKI SOMERS

Professur für Produktdesign

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Foto: Anne Timmer

STUDIO WIEKI SOMERS ist ein multidisziplinäres Designstudio. Der Kern unserer Praxis ist die Verbesserung des täglichen Lebens. Wir mischen Funktionalität mit emotionaler Erfahrung, Technologie mit Poesie, Wunder mit Realität. Oft ist es eine Kollision von Begriffen, die etwas Neues und Aufregendes hervorbringen. Wir versuchen, vielschichtige, funktionale Produkte mit einem starken Konzept und materieller Präsenz zu schaffen, die ein kritisches Bewusstsein und Staunen ermöglichen. Wir arbeiten für eine Vielzahl von internationalen Herstellern, Museen und Galerien und beteiligen uns an zahlreichen Projekten für den öffentlichen Raum. Zu unseren Kunden gehören unter anderem: Arita/2016, Hermès, Moroso, Kvadrat und Galerie Kreo.

"Mein kreativer Prozess beginnt in der Regel mit einer Idee, gefolgt von einer intuitiven Arbeitsweise mit Materialien und Formen. Durch den Prozess des Experimentierens wird die Idee immer klarer und das physische Design mehr verfeinert. Es ist eine Form der Erkundung, bei welcher der Zufall eine große Rolle spielt. Die Suche nach den richtigen Materialien ist ein wesentlicher Teil unserer Forschung. Die Eigenschaften eines Materials können die Bindung eines Menschen an ein Produkt verstärken und in hohem Maße zu der Botschaft beitragen, die wir vermitteln wollen. Als Reaktion auf die Fülle der Dinge, die uns umgeben, sehne ich mich nach einer bewussteren Art des Sehens, Denkens und Arbeitens. Als Designerin möchte ich die Aufmerksamkeit der Menschen auf Werte und Dinge lenken, die sie möglicherweise nicht mehr sehen."


TEREZA RULLER

Professur für Kommunikationsdesign und Digitale Praktiken

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© TEREZA RULLER

TEREZA RULLER (sie/ihr) versteht sich als Mutter, Kommunikationsdesignerin, Forscherin und Pädagogin. In ihrem Studio The Rodina erforscht Ruller performative und kritische Ansätze für Grafikdesign. Ihre transdisziplinäre Praxis betont die Macht der Situation, das Spielerische, die aktive Zuschauerschaft und die Beziehungen zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Akteuren. Rullers Arbeit ist zutiefst kollaborativ und besteht aus partizipatorischen Veranstaltungen, Rauminstallationen, virtuellen Umgebungen und visuellen Identitäten. Indem sie sich mit kritischen Themen unserer Zeit - wie ökologischen und sozialen Krisen - auseinandersetzt, versucht sie, kollektive Perspektivverschiebungen zu entwickeln.

"Indem wir Kommunikationsdesign als eine entscheidende Disziplin betrachten, um „Dinge“ öffentlich zu machen, werden wir gemeinsam mit den Studenten aktuelle und zukünftige Ausdrucksformen erforschen. Unsere Seminare werden insbesondere innerhalb des kritischen sozio-techno-ökologischen Diskurses angesiedelt sein."

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