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KRISENÖKONOMIEN: Neue Tauschformen in den Zonen der Anomie 1. Was ist das Neue? / 2. Krise im Konstrukt der Unheimlichkeit: Die Geburt der Angst und der Anomie / 3. Emergency Designs: Neue Mikrotopien und paradoxe Ökonomien / 4. Fallbeispiele

Veranstaltungstyp: 
Blockseminar
Fach: 
Transdisziplinäre Veranstaltungen
Zeit: 
23./24./25.11.09, jeweils 10?–?20 Uhr
Ort: 
Raum 305

Was ist das Neue, bzw. wie viel Neues braucht der Mensch und in welchen Frequenzen? Diese Frage orientiert auf eine Auseinandersetzung, die wir im Rahmen des Themas „Krisenökonomien“ führen. Auf der Hintergrundfolie, dass wir heutzutage in Konsum-Gesellschaften des mediensuggerierten permanent Neuen leben, gilt das Neue als ökonomischer Faktor nicht nur im marktwirtschaftlichen Verständnis, sondern auch im anthropologischen Verständnis. Hierbei wollen wir den Fokus auf Differenzen im Generations-Begriff setzen. So können wir einerseits von kaufkraftbasierten Generationstempi sprechen, wie auch von sozialisations- und reproduktionsspezifischen Generationstempi unter anthropologischen Gesichtspunkten, als auch von neurofrequenzspezifischen Generationstempi, den Interferenzen des Neuen vom Standpunkt der Gehirnforschung, wie auch vom Neuen als ungleich vom Alten, als Werteschöpfung und Werteerhalt in verschiedenen kulturellen Kontexten. Das Thema des Neuen schließt das Thema des Anderen zwangsläufig mit ein. Es stellt vor allem aber auch die Frage nach dem Tauschkoeffizienten, also nach den Formen des Ökonomischen in allen Facetten. Darüber hinaus werden in einer interkulturellen vergleichenden Betrachtung zum Theorem der „Krise“ taoistische Krisenmodelle, die in den asiatischen Kampfkünsten praktiziert werden, oder auch performative Modelle des Wohnens in Asien und Südosteuropa, oder auch neue nomadische Drifts, bedingt durch Arbeitsmärkte, wie auch Slumökologien vorgestellt. Konklusiv wird eine Krisensoziologie von Interesse sein, die im weitesten Sinne auf einer „Aufhebung der Ökonomie“ (Bataille) basiert. Schließlich werden Fallbeispiele neuer Krisenökonomien vorgestellt, die auf klandestinen und situationistischen sozio-politischen/-ökologischen Strategien basieren, wie Piraterie, Aktivismus, Freeganismus usw. Diese Strategien stehen im Kontext der Analyse nomadischer Topografien, wie sie in Schatten- und Marginalzonen des Ökonomiepolitischen als „Über?/?Lebensformen“ produziert werden. Integrierte Praxismodule sind in die aktivistische Plattform „Guerilla-Transit“ eingebunden. Diese Plattform existiert seit 2007 an der HfG Karlsruhe: www.guerilla-transit.de. Literatur wird im Seminar besprochen. Seminararbeiten sind erwünscht. Leistungsscheine können erworben werden. Der anschließende Workshop „Motion Trecking“ wird gesondert angekündigt.