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DAS FÜRCHTEN LEHREN. Zur Bedeutung der Angst in der Kunst- und Geisteswissenschaft

Veranstaltungstyp: 
Seminar
Fach: 
Kunstwissenschaft und Medientheorie (bis SS 2016)
Zeit: 
Freitags, 14-täglich, 11?–?13 Uhr
Ort: 
Raum 112 (Großer Seminarraum)

Die Angst ist nicht nur ein Gegenstand der Kunst. Sie ist auch eine Triebfeder der Kunst- und Kulturhistoriographie. Bereits Giorgio Vasari, der Begründer der neuzeitlichen Kunstgeschichte, errichtet seine Ästhetik 1550 auf dem Fundament der Angst, nämlich vor der Wiederkehr des vermeintlich dunklen Mittelalters, welche zu verhindern nun die heroische Aufgabe von Künstlern und Kunsthistorikern gleichermaßen sei. Im 20. Jahrhundert wiederum reüssiert der Kunsthistoriker Hans Sedlmayr als Großmeister des akademischen Angstgeschäfts, indem er die Moderne pauschal auf einen dramatischen „Verlust der Mitte“ (1948) reduziert. Das Seminar beschäftigt sich mit der Frage, ob und wenn ja wie sich auch Geisteswissenschaftler den Strategien der „Angstwerbung“ bedienen. In welchen Kontexten könnte das Schüren von Ängsten berechtigt sein, wo mündet es in Demagogie? Zentrale Texte der Kunst- und Geisteswissenschaft sollen im Vergleich mit Angstpamphleten aus Politik und Marketing hinsichtlich ihres expliziten oder impliziten Umgangs mit der Angst analysiert werden, u.a. Werke von: Giorgio Vasari, Hans Sedlmayr, Theodor W. Adorno, Oswald Spengler, Wilhelm Worringer, Martin Heidegger.
Beginn: 16.10.09