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Sehen. Sagen. Wissen. Diskursanalyse für Kunstwissenschaftler

Veranstaltungstyp: 
Seminar
Lehrbeauftragte(r): 
Scheller
Fach: 
Kunstwissenschaft und Medientheorie (bis SS 2016)
Zeit: 
donnerstags, 10–12 Uhr
Ort: 
Raum 112

 
Die Frage nach der Beziehung zwischen Text und Bild, zwischen künstlerischer Produktion und kulturellem „Zeitgeist“ bildet eines der zentralen und zugleich prekärsten Themengebiete der Kunstwissenschaft. Erwin Panofsky etwa ging davon aus, dass die „eigentliche Bedeutung oder [der] Gehalt“ eines Kunstwerks im Kontext seiner Zeit durch synthetisch-intuitive Text-Kunst-Analysen erfasst werden könne. Auch in den Schriften Michel Foucaults werden Kunstwerke auf historische Umbrüche in der Kultur des Wissens, der Kon­struktion von Wahrheit und der Praxis der Machtausübung bezogen. Doch an die Stelle des „menschlichen Geistes“, der durch die Leinwände schimmert, sind bei Foucault die „episteme“, das „historische Apriori“ und die „Diskurse“ getreten. Wie stabil und verlässlich aber ist deren Beziehung zur visuellen Kultur? Und inwiefern könnte Foucaults bildhaftes Denken einen Mittelweg darstellen zwischen sprödem Empirizismus einerseits und ausufernder Theoretisierung andererseits? Im Seminar werden diese Fragen anhand von Foucaults Ausführungen u.a. zu Edouard Manet, Diego Velázquez und Jeremy Bentham behandelt. Beginn: 17. April 2008