Bei der 2-Kanal-Videoinstallation „Oberfläche schwarz/blau/grün“ zum Thema Migration, werden zwei Situationen betrachtet und einander gegenübergestellt: Migration von einem Land in ein anderes und Migration auf einen anderen Planeten. Das Gefühl von Angst vor dem Verlassen (werden) und die geistige Entfremdung erfahren die Charaktere beider Geschichten. Die Reflexionen der Protagonisten über ihre bevorstehende Reise bilden die Haupterzählung der Videoinstallation. Neue Technologien, durch die es möglich wurde, nicht nur Entfernungen mit einem einzigen Klick zu überwinden, sondern auch die Bewegung einer anderen Person zu verfolgen, sind mit persönlichen Erinnerungen und einer Beschreibung des Weges verbunden, dessen zeitliche Erfahrung nicht digitalisiert werden kann.

Ira Konyukhova wendet die Struktur klassischer Science-Fiction-Filme an. Sie stellt die Hypothese auf, dass in Zukunft Leben außerhalb der Erde einem konstanten Migrationsprozess folgt. Von der Unterwerfung der Schwerkraft befreit, sind die Protagonisten des Films gezwungen, einen neuen Drehpunkt in einer Gesamtheit von Schwarz, Blau oder Grün zu finden. In einem Zustand verschwommener Grenzen zwischen erhaben und banal, politisch und ästhetisch, stellten sich die Fragen einer menschlichen Bedingung für die neuen unbekannten Räume, wo immer sie sein mögen.

Unter Betreuung von: Razvan Radulescu, Joao Tabarra, Vadim Fishkin, Anja Dorn