The Evolution of Superlative s umfasst die Objekte HI-PLACE, HI-RISE und HI-LIGHT.
Jedes der drei gezeigten Objekte repräsentiert eine Kooperation zwischen dem Menschen und jeweils einem weiteren Element des komplexen Netzwerks aus Natur, Mensch und Maschine, aus dem wir als Gestalter schöpfen können.

HI-PLACE – Mensch feat. Natur, HI-RISE – Mensch feat. Mensch, HI-LIGHT – Mensch feat. Maschine.

Vorindustrielle, industrielle und postindustrielle Artefakte werden vergleichend nebeneinander gestellt. Eine Reflexion, die den Betrachter das jeweils spezifische Wesen der Kooperationen erkennen lässt, wird möglich. Wie verändert sich die Ästhetik, der Umgang mit Material und Rohstoffen, wie der Wert des Objekts? Wie verlagert sich die Kontrolle über den Entwurf innerhalb der Zusammenarbeit?

The Evolution of Superlatives erzählt Geschichten von richtungsweisenden Visionen der Vergangenheit und der Gegenwart, eine Geschichte des Fortschritts. Durch die hervortretenden Unterschiede in Proportion, Funktion und Materialität positionieren sich HI-PLACE, HI-RISE und HI-LIGHT zeitlich und symbolisch gegenüber ihrem Betrachter sowie den anderen Artefakten der Kollektion. Sie zelebrieren die Qualitäten unterschiedlicher Epochen und schützen sie so vor dem Vergessen. Gleichzeitig können sie Impulse für neue Ideen und Entdeckungen geben.

Die Objekte finden ihren formalen Ursprung in der Typologie von Türmen.
Der Turm ist ein archetypisches Symbol, das den Menschen seit jeher begleitet. Der Turm definiert ein Zentrum, das den Ausgangspunkt für vielschichtige Perspektiven und Assoziationen eröffnet. Er bietet Orientierung und Schutz, demonstriert Macht und die Superlative des technologischen Know-hows seiner Zeit.
Die höchsten Artefakte, die der Mensch je erbaut hat, spitzen sich zu und steigen ehrgeizig gen Himmel bis zur scheinbaren Auflösung. Sie stellen den Versuch des Menschen dar, den Göttern näher zu kommen, während er sich vom Tier immer weiter abheben will. Türme spiegeln das für eine Epoche charakteristische Verhältnis zwischen dem Mensch und dem Kontext, in dem er lebt, wider. An ihnen kann man beobachten, wie sich das Gleichgewicht zwischen Natur und Kultur sowie Subjekt und Objekt ständig verändert und Innovation zur Tradition wird.

Lisa Ertel studiert Produktdesign und Kommunikationsdesign an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Im Sommer 2019 präsentiert sie ihre Diplomarbeit "The Evolution of Superlatives".
Neben ihrem Studium arbeitet sie bereits als freiberufliche Designerin.