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Photo: Johannes Wiesel


FAN Collective

FAN No.1 Romer 2019

Es darf in keiner echten badischen Kneipe fehlen: Das Römerglas – traditionell hergestellt in den Waldhütten der Rheingegend. Der grüne Stiel, ursprünglich vom natürlichen Eisengehalt der Rohstoffe Sand und Pottasche kommend, wurde bald charakteristisch für den heute zum Synonym fürs Weinglas gewordenen Römer.
Mit der ersten Kollektivausstellung von FAN rühmen wir diesen Karlsruher Pokal und postulieren ein neues Kapitel für seine Glasform: 120 Stiele, 96 Gläser, alles Unikate.

"Wir sind ein Fan-Kollektiv. Ein Fan ist jemand, der Ressourcen wie Zeit und Geld in eine leidenschaftliche Beziehung zu einer externen, öffentlichen, entweder persönlichen, kollektiven, gegenständlichen oder abstrakten Angelegenheit investiert.", so FAN. Die Begeisterung, Projekte an der Schnittstelle von Kunst und Design zu realisieren, hat dazu geführt, dass die KünstlerInnen ihre individuellen kreativen Qualitäten zu einem breiten Spektrum kombinieren - nicht mehr das Individuum, sondern die Idee des Kollektivs steht im Mittelpunkt. Ziel des Kollektivs ist es, jede Ausstellung, jedes Ereignis und jedes Ritual unter ein Thema zu stellen. Vom Ausstellungsobjekt über die Ausstellungsgestaltung bis hin zur visuellen Kommunikation denkt FAN ganzheitlich und betrachtet jeden Aspekt aus verschiedenen Perspektiven. Der Name FAN (Englisch: Fächer) bezieht sich auch auf die topographische Form der Stadt Karlsruhe, dem Ursprung des Kollektivs. "Von hier aus wollen wir unsere Designpositionen etablieren, die regionale Kultur stärken und einem internationalen Publikum präsentieren."
Mehr Infos: http://fan.group



Anne-Sophie Oberkrome

Layered Transparency - Displayed Opacity

Der Touchscreen und die Vase, aus Sand 3D gedruckt, sind Teil der Installation Layered Transparency - Displayed Opacity. Diese erforscht eine zunehmende Durchdringung analoger, haptischer mit virtuellen und digitalen Phänomenen in der Gestaltung, Präsentation und Interaktion von Objekten. Dabei wird die Rolle von Glas und seinem Ausgangsmaterial Sand als „Brücke“ sowie als Grenze zwischen der realen und der virtuellen Welt erforscht.

Anne-Sophie Oberkrome studierte Produktdesign an der HfG Karlsruhe, lebt und arbeitet in Karlsruhe. Ihre Diplomarbeit Layered Transparency – Displayed Opacity wurde von der Fördergesellschaft ZKM / HfG 2019 ausgezeichnet. Aktuell arbeitet sie an eigenen Projekten, als Freelancerin bei Bureau Kilian Schindler und ist Teil des FAN collective.
Homepage: http://annesophieoberkrome.com


aspect-ratio 10x9 *70% YUM* von Jana Hofmann

*70% YUM* von Jana Hofmann, Photo: Johannes Wiesel


Jana Hofmann

70% YUM

Gierig sind sie, unsere hungry eyes auf der Suche nach dem nächsten eye candy, dem nächsten visual pleasure.
Die Diplomarbeit 70 % YUM ist getrieben von der grundlegenden Lust am visuell Erfahrbaren – thematisiert allerdings ebenso die Ambivalenz der visuellen Bewertung am Beispiel von Dating-Apps. Digitale, öffentliche Orte, an denen Menschen durch Schnappschüsse von Körpern swipen und sich gegenseitig visuell konsumieren, spontan bewerten, bewertet werden und sich zu dem Zweck bestmöglich selbst inszenieren.

Jana Hofmann studierte Kommunikationsdesign an der HfG Karlsruhe und ist seit dem Wintersemester 2019/ 2020 Akademische Mitarbeiterin in unserer Fachgruppe Kommunikationsdesign.


Lorenz Schwarz

Circuitry based sound (Workshop)

Der Workshop Circuitry based sound zeigt, wie Elektronik zur Klangerzeugung verwendet werden kann. Der experimentelle Einsatz von Logikchips, Sensoren und Lautsprechern steht in der Tradition von Künstlern wie Nicolas Collins oder Stanley Lunetta. Techniken, wie „Circuit bending“ oder „Hardware hacking“ und die Transformation von Elektromagnetismus, Licht und Klang sind einfache Methoden, um neuartige Musik, Klangobjekte oder Instrumente für Liveperformance zu schaffen.
Die Teilnehmer werden herangeführt, die Funktion einiger Halbleiterchips nachzuvollziehen und als Oszillatoren, Waveshaper oder Filter einzusetzen. Die Schaltungen können auf Breadboards aufgebaut oder auf Experimentierplatinen gelötet werden. Es wird gezeigt, wie über Potentiometer und Sensoren der Klang gesteuert werden kann oder wie mit Elektret- oder Kontaktmikrofonen und Lautsprechern autogenerative Feedbacknetzwerke erzeugt werden können.
Der Workshop knüpft an das Seminar „Circuitry based sound“ im Rahmen von Medienkunst Sound an der HfG Karlsruhe an.

Lorenz Schwarz studierte Medienkunst mit dem Schwerpunkt Sound an der HfG Karlsruhe.


aspect-ratio 10x9 Lisa Ertel stellte gleich mehrere Arbeiten aus

Lisa Ertel stellte gleich mehrere Arbeiten aus, Photo: Johannes Wiesel


Lisa Ertel

DUNE - The blast shows the past

DUNE ist eine Familie archaischer Sitzmöbel aus Vollholz. Mit Hilfe der Sandstrahltechnik wird das Frühholz gelöst und legt so die Jahresringe des Baumes frei. Die durch Schatten entstehende dynamische Struktur macht das Wesen sowie die individuelle Geschichte des Holzes haptisch und visuell erfahrbar.
Die archaische Form ist inspiriert von Steinbänken, genannt Ruhstein. Diese Zeitzeugen wurden im 16. Jahrhundert in Südfrankreich und Deutschland erbaut. Positioniert findet man die Bänke auf Verbindungsstraßen zwischen zwei Handelsstädten. Lastenträger konnten dort eine kurze Rast einlegen und ihre schwere Ware ablegen.

Hyères Pedestals

Die Kollektion aus zehn Podesten wurde für die Design Parade Hyères - 13. internationales Designfestival in der Villa Noailles entworfen. Sie präsentierten die Arbeiten der zehn Finalisten des Grand Prix.
Das System nutzt die Eigenschaften des Solid Textile Boards von Really, wie die große Flexibilität bei hoher Dichte. Durch eine ineinandergreifende Stecktechnik lassen sich die 7,6 mm flachen Bauteile schnell, ohne Schrauben oder Klebstoff aufbauen. Dadurch sind sie besonders für temporäre Ausstellung oder Wanderausstellungen geeignet.
Mehr unter www.villanoailles-hyeres.com

The Evolution of Superlatives

The Evolution of Superlatives umfasst die Objekte Hi–Place, Hi–Rise und Hi–Light.
Als gestaltende Personen gehen wir, mit jedem Entwurf, Wechselbeziehungen mit unserer Umwelt ein und begeben uns so in Abhängigkeiten. Die Hi-Kollektion vergleicht Charakteristika, eines daraus resultierenden Repertoires an Gestaltungsprozessen.
Hi–Place: Mensch & Natur, Hi–Rise: Mensch & Mensch, Hi–Light: Mensch & Maschine
Türme demonstrieren die Superlativen des technologischen Know-hows ihrer Entstehungszeit. So konnte erst durch die Entwicklung des Stahlskelettbaus und die elektrische Aufzugsanlage die vertikale 100 Meter Grenze Ende des 19. Jahrhunderts überwunden werden. Von göttlichen Bauten der Antike über die Wolkenkratzer der Industrialisierung bis hin zu den abhebenden Türmen der Zukunft – den Raketen. Türme spiegeln epochenüberschreitend das charakteristische Verhältnis zwischen dem Mensch und dem Kontext, in dem er lebt, wieder.
The Evolution of Superlatives erzählt von richtungsweisenden Visionen der Vergangenheit und der Gegenwart, einer Geschichte des Fortschritts. Die gezeigten Objekte geben Aufschluss über die Errungenschaften unterschiedlicher Epochen und bewahren somit ihre Qualitäten und Charakteristika vor dem Vergessen.
An Hi–Place, Hi–Rise und Hi–Light kann man beobachten, wie sich das Gleichgewicht zwischen Natur und Kultur sowie Subjekt und Objekt ständig verändert und Innovation zur Tradition wird.

Lisa Ertel studierte Produktdesign und Kommunikationsdesign an der HfG Karlsruhe. Im Sommer 2019 präsentierte sie ihre Diplomarbeit "The Evolution of Superlatives". Bereits neben ihrem Studium arbeitete sie als freiberufliche Designerin. Sie ist Teil des FAN collective.
Homepage: https://www.lisaertel.com


aspect-ratio 10x9 Arbeiten von Lisa Ertel. Mit dabei (r.): Neil. Ein Sitzmöbel, Stuhl und Tisch zugleich, den sie gemeinsam mit Anne-Sophie Oberkrome gestaltete.

Arbeiten von Lisa Ertel. Mit dabei (r.): Neil. Ein Sitzmöbel, Stuhl und Tisch zugleich, den sie gemeinsam mit Anne-Sophie Oberkrome gestaltete., Photo: Johannes Wiesel


Lisa Ertel & Anne-Sophie Oberkrome

Neil

Durch die Skalierung in die Breite verwandelt sich ein gewöhnlicher Stuhl in ein wortwörtlich vielschichtiges Sitzmöbel, das die Qualitäten von Stuhl und Tisch vereint. Neil reagiert so auf unsere Bedürfnisse, die wir heute durch den täglichen Gebrauch unserer mobilen Geräte entwickelt haben. Die markante Armlehne bietet den Nutzern Platz für einen Laptop, ein Magazin, eine Tasse Kaffee. Die Verlängerung der Sitzfläche schafft neuen Raum unter der Armlehne und dient so als zusätzliche Ablagefläche.


Jannis Zell

Futur Ruins - Five Monuments for a human planet

Future Ruins beinhaltet fünf Skulpturen, Modelle spekulativer Monumente, die sich mit unseren Ideen und Werten als Menschen innerhalb unseres Umfelds Erde auseinandersetzen. Sie formulieren eine unvollständige Sammlung wichtiger geologischer und soziologischer Fragen der Gegenwart. Was sind die Spuren, die Artefakte und Trümmer die wir hinterlassen? Wie werden zukünftige Spezies unsere Existenz auf der Erde interpretieren? Was wird das Gold und der Marmor der Zukunft sein?
Monumente beziehen sich per se auf Vergangenes. Durch die Spekulation mit zukünftigen Szenarios, wie das Aussterben der Bienen, der Abbau von Kunststoffen als wertvoller Rohstoff oder Hühnchenknochen als zukünftiges Fossil und geologischer Marker, werden Phänomene verhandelt, die noch nicht Teil unserer Erinnerungskultur sind. Ein Wunschbrunnen aus surreal gebogenen Keramiksteinen verspricht über paypal Wünsche erfüllen zu können. Beim Berühren der Statue of Touch beginnt die Silikonskulptur Feedback durch Vibration zu geben. Das Cenotaph to the Bees erfüllt den Raum mit dem Geruch von Bienenwachs.

Jannis Zell studierte Kommunikationsdesign an der HfG Karlsruhe und schloss sein Studium 2019 mit der Diplomarbeit Futur Ruins ab.
Mehr unter http://www.janniszell.com



Oliver-Selim Boualam, Christoph Hauf, Florian Knöbl, mit Chris Kabel & Werkstatt-Team

BBQ Workshop

Wie wird aus Altmetall, Holzresten, Seilen und Pappröhren ein gemeinsames Fest?
Unter Anleitung von Studierenden des Fachbereichs Produktdesign der HfG werden die Studierenden des ersten Semesters in die Werkstatt eingeführt und erstellen alle Werkzeuge und Utensilien, um ein Grillfest zu veranstalten!
Tassen und Teller werden aus Ton geformt, Schrott wird zu Ess- und Grillutensilien kombiniert und andere Teile werden zu einem Grill zusammengefasst, auf dem Fleisch und Gemüse zubereitet werden können. Das lose Sammelsurium aus Materialien wird zu Hockern oder Bänken, auf denen sich alle um eine Feuerstelle außerhalb der HfG versammeln und gemeinsam in das Semester starten.


SILK Artist Collective

Das letzte Mittel

Ein zuvor gescheitertes Interview mit einer Gruppe von Tier- und Menschenrechtsaktivisten wird reenacted. Die Aktivisten läuten mit ihrer extremen Gewaltbereitschaft eine neue Eskalationsstufe der Umwelt- und der Migrationsdebatte ein. Wie weit müssen, wie weit können wir gehen? In dem Film wird die Nacherzählung des Geschehenen immer wieder durchzogen von anderen Aufnahmen und Zeitebenen. Elemente wie Protagonisten und Authentizität verwandeln sich plötzlich zum wandelbaren Stilmittel. Der Film begibt sich auf die Suche nach Motiven und Antworten jenseits der Moral und sticht mitten in die ethischen Dilemmata unserer Gesellschaft.

KünstlerInnen des Kollektivs (Fachgruppe Medienkunst): Nicolas C. Geissler, Patrick Alan Banfield, Paula Kohn



Kinmin Han

Ohne Titel IV

Ohne Titel IV ist eine interaktive Arbeit, bestehend aus sieben Lautsprechern, Radio, Mikrofon und einem Computer. Die Stimme aus dem Radio oder eines Zuhörers wird durch das Mikrofon aufgenommen und mit einer Speech-to-text-Funktion in geschrieben Text konvertiert. Zur gleichen Zeit wird der Text von einer Text-to-speech-Funktion auf dem Lautsprecher widergegeben. Der aufgenommene Text beginnt sich mit der Zeit zu verändern, so wie die Satzstruktur – Teile des Textes gehen verloren. Letztendlich wird der aufgenommene Satz auf seine Phoneme heruntergebrochen.

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