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Being Francis Farmer, Foto: Ursula Rogg

Die Theaterregisseurin Gudrun Herrbold ist im Januar 2020 mit ihrem Vortrag und Workshop "Other World Kingdom" zu Gast an der HfG Karlsruhe.

Sie berichtet von ihrer Arbeit in der Künstlerinnengruppe Dorothy Vallens, ein Zusammenschluss von Gudrun Herrbold mit Tanja Knauf, Esther Röhrborn und Ursula Rogg, der von 2001 bis 2006 zahlreiche Projekte im interdisziplinären, feministischen Kontext zwischen Theater und Performancekunst realisierten. Die Künstlerinnen beschäftigten sich mit Inszenierungsformen von Weiblichkeit u.a. bei einem matriarchialischen Königreich in Tschechien. dem “Other World Kingdom” (OWK).

In der Performance “Zwei Tage Greta sein” reiste die Künstlerinnengruppe Anfang September 2002 unter dem Pseudonym Greta zu einer Feierlichkeit in dieses "Königreich", einem großen kommerziellen BDSM- und Femdom-Ressort zwischen Prag und Brünn. Das Konigreich soll „dominanten Frauen einen Lebensstil zu bieten, der ihren Veranlagungen gerecht wird.“, so OWK. Zu den alljährlich veranstalteten Feierlichkeiten empfängt Königin Patricia I. internationale Gäste, Dominas und ihre Kunden, aber auch nicht professionelle Frauen und Männer.
Bei der Teilnahme an den Feierlichkeiten trat Dorothy Vallens gleichermaßen als Akteurin und Beobachterin auf. Ins Besondere galt ihr Interesse den Inszenierungsstrategien von Frauen und Männer in gemeinsamen Ritualen, dem Reglement, durch welches sich der Privatstaat konstituiert, und dem Zusammenspiel ideologischer, obsessiver und finanzieller Aspekte.

Der Vortrag „Other World Kingdom“ wird durch einen Workshop ergänzt, der mit einer Bewegungseinheit zum Thema Kampf als künstlerische Forschung beginnt und sich anschließend mit der Entwicklung von Narrativen zwischen Realität und Fiktion beschäftigt.

Gudrun Herrbold lebt als Theaterregisseurin und Dozentin für Theaterpädagogik und Performance in Berlin. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Politologie in Köln, Schauspiel in Berlin und New York und Art in Kontext an der Universität der Künste in Berlin. Von 2000-2006 war sie Mitglied der Künstlerinnengruppe „Dorothy Vallens“. 2007 bis 2010 lehrte sie als Professorin für Darstellendes Spiel an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig, seitdem arbeitet sie an der Universität der Künste Berlin und an weiteren Hochschulen und Bildungseinrichtungen. Seit 1998 verwirklicht sie biografisch-dokumentarische Theaterprojekte mit inhaftierten Frauen, Boxerinnen, alten Artistinnen etc. im In- und Ausland.
Mehr zu Gudrun Herrbold: https://www.gudrunherrbold.de

Vortrag und Workshop sind Teil einer Veranstaltungsreihe, die der Fachbereich Ausstellungsdesign und Szenografie im Wintersemester 2019/ 2020 anbietet.

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