Wir begrüßen die Kuratoren Hans D. Christ und Viktor Neumann als Gastprofessoren für kuratorische Theorie und dramaturgische Praxis im Sommersemester 2020.


Viktor Neumann

Viktor Neumann ist Kurator und Kunsthistoriker. Er kuratierte Ausstellungen und Projekte für internationale Institutionen wie dem Whitney Museum of American Art, New York, Bildmuseet Umeå, Kunstmuseum Bonn, National Centre for Contemporary Arts Jekaterinburg, The Kitchen, New York, Künstlerhaus Stuttgart und der Städtischen Galerie Gdańsk. Er war kuratorischer Assistent der Öffentlichen Programme der documenta 14, Assistenz-Kurator der 3. Moscow Biennale For Young Art, sowie Helena-Rubinstein-Stipendiat des Whitney Museum of American Art Independent Study Programs. Er lehrt regelmäßig an verschiedenen Kunsthochschulen und veröffentlichte Texte in internationalen Kunstzeitschriften und Katalogen. Zuletzt war er Teil des kuratorischen Kernteams der Bergen Assembly 2019 und, gemeinsam mit Paul B. Preciado, Ko-Kurator des transnationalen Projekts Parlament der Körper. Aktuell ko-kuratiert er gemeinsam mit Hans D. Christ und Iris Dressler eine dreiteilige Ausstellungsreihe am Württembergischen Kunstverein in Stuttgart und ist, gemeinsam mit Fanny Hauser, *Kurator-Stipendiat 2019/20 der Gebert Stiftung für Kultur in Rapperswil. Er lebt in Berlin und Zürich.

Hans D. Christ

Hans D. Christ ist seit 2005 zusammen mit Iris Dressler Leiter des Württembergischen Kunstvereins (WKV). Gemeinsam waren sie bis 2019 künstlerische LeiterInnen der Bergen Assembly.
Eine ihrer Prioritäten ist die Erforschung kollaborativer, transkultureller und transdisziplinärer kuratorischer Praktiken. Im Württembergischen Kunstverein schafften Hans D. Christ und Iris Dressler eine offene Plattform für lokale AktivistInnen und KünstlerInnen. Neben ihren Lehrtätigkeiten waren sie an zahlreichen Publikationen zur zeitgenössischen Kunst und deren politischen und theoretischen Kontexten beteiligt. 1996 gründeten sie den Hartware MedienKunstVerein, den sie bis 2004 leiteten.

Sie präsentierten Einzelausstellungen u.a. mit KünstlerInnen wie Imogen Stidworthy (2018, mit Katia Krupennikova), Alexander Kluge (2017, mit dem La Virreina Centre de la Imatge, Barcelona, im La Virreina and WKV), Ines Doujak (2016), Pedro G. Romero (2012, mit Valentín Roma), Teresa Burga (2011, mit Miguel Lopez and others), Peggy Buth (2009), NOH Suntag (2008), Daniel G. Andújar (2008), Anna Oppermann (2007, kuratiert von Ute Vorkoeper) und Stan Douglas (2007, mit der Staatsgalerie Stuttgart).

Jüngste Gruppenausstellungen waren u.a.

50 Years after 50 Years of the Bauhaus (2018), Tito’s Bunker (2017, mit der Biennial of Contemporary Art Sarajevo, in Tito’s Bunker in Konjic und WKV), The Beast and the Sovereign (2016, mit MACBA, Paul B. Preciado und Valentín Roma, im WKV und MACBA), Acts of Voicing (2012, mit einer Kerngurppe von 12 Co-KuratorInnen) oder Subversive Practices (2009, mit einer Kerngurppe von 13 Co-KuratorInnen).


Blockseminar im Sommersemester 2020

Das dünne Eis der Zivilisation: Möglichkeitsräume und Möglichkeitszeiten in räumlichen und performativen Inszenierungen

In Kooperation mit dem Württembergischen Kunstverein Stuttgart

Das Seminar verhandelt den Ausstellungsraum als Möglichkeitsraum für die Dekonstruktion, Transformation und Verschiebung hegemonialer Wissensformationen. Ausgehend von einer Analyse der Kulturgeschichte der optischen Medien und der Diskursgeschichte von (Nicht-)Repräsentation werden Beispiele einer kritisch-reflexiven Ausstellungspraxis beleuchtet, die mittels spezifischer Anordnungen von Praktiken, Techniken und Akteuren die Potentialität von Kunsträumen als subversive Handlungsräume mit-ausstellen. Neben räumlichen werden auch zeitliche Parameter verhandelt, insbesondere die Temporalität des Performativen und die Potentiale widerständiger Zeitlichkeit, die die Ideologie maximaler Effizienz zu destabilisieren vermögen.
In bewusster Distanz zu (kunst-)historischen Narrativen des Heroischen wird das Verhältnis zwischen Verletzlichkeit und Selbstermächtigung sowie die Bedeutung von Bündnissen jenseits von Zeit, Raum und Verwundbarkeiten hervorgehoben. Im Vordergrund stehen kollaborative, transdisziplinäre Formate, die eine erkenntnistheoretische Vielschichtigkeit ermöglichen und das produktive Nebeneinander konzeptueller und ästhetischer Strategien auch als soziale Haltung betonen.


Eindrücke der ersten Seminarsitzung: Exkursion zum Württembergischen Kunstverein
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