Hauptstadt, unverkennbar voll, schon beim Transfer vom Flughafen in unsere Unterkunft. Verkehrschaos. Tuk-Tuks, oder auch „Three-Wheelers“ genannt, sind das meist genutzte Fortbewegungsmittel auf den Straßen. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei ca. 80%, Stau, Staub und Hitze sind die ersten Eindrücke. Als wir aus dem klimatisierten Minibus kommen, hat man das Gefühl, dass man gegen eine Wand läuft.

Laut eines Wikipedia-Artikels ist Colombo schon seit dem 5. Jahrhundert als Handelsstadt bekannt und hat sich in den letzten Jahrzehnten, nach dem Ende des Bürgerkriegs, sichtlich modernisiert. Zumindest ist die Modernisierung und der Ausbau der Stadt ein prägender Teil des Stadtbildes. Baustellen an jeder Ecke, Gerüste, Maschinen, die Löcher in den Boden bohren, und Kräne, die Malls in den Himmel schießen lassen.

Wir laufen an einer sehr stark befahrenen Straße entlang, bis mir eine Baustelle auffällt, die nicht mehr in Betrieb zu sein scheint. Es sieht nach einem nicht fertig gebauten Parkhaus aus. Nichts verwunderliches in Colombo. Nur stehen hier, zu meiner Verwunderung, trotzdem Autos in den fünf halbfertigen Stockwerken verteilt. Die Autos sind mindestens genauso im Stich gelassen worden wie das einst wahrscheinlich mit viel Tatendrang geplante Bauvorhaben. Rostige und zum Teil auseinander gebaute Oldtimer-Wagen, neben gestapelten ausrangierten Möbeln, Plastikeimern und Baumaterial. Wo kommt das alles her? Und seit wann steht das hier alles? Wer hat hier seinen Fuhrpark abgestellt? Oder hat das hier alles seine Richtigkeit und wir erkennen nur den eigentlichen Zweck des Bauwerkes nicht?

Irgendwann einmal, neben dem Gangaramaya Tempel, eine beliebte Sehenswürdigkeit der Stadt, sollte hier ein modernes und verglastes Parkgebäude stehen. Doch wie bei so vielen Bauvorhaben ist wahrscheinlich der Hauptinvestor weggefallen oder andere Bauvorhaben waren wichtiger als ein wenig lukratives und öffentliches Parkhaus. Dennoch, irgendwie scheint hier alles seine Ordnung zu haben. Als ob sich jemand um die verlorenen und vergessenen Dinge in diesem Parkhaus kümmert. Für einen Moment, hätte man sogar meinen können, dass erst kürzlich von jemanden durchgefegt worden war.

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