Die HfG-Alumna Hannah Cooke wurde mit ihren neuesten Videoarbeiten "Ada vs Emin“ und "Ada vs Abramović“ für die Shortlist des Mother Art Prize ausgewählt. Die beiden Arbeiten werden gemeinsam mit den Beiträgen der anderen Künstlerinnen der Short List vom 2. bis 18. Mai in einer Ausstellung im Londoner Mimosa House zu sehen sein.

Noch bis zum 13. Januar werden die Videoarbeiten von Hannah Cooke außerdem in der Mitgliederausstellung des Badischen Kunstvereins ins Karlsruhe gezeigt.


"Ada vs Emin“ und "Ada vs Abramović“

In den beiden Videoarbeiten konfrontiert Hannah Cooke jeweils die Künstlerinnen Tracy Emin und Marina Abramović, die sich in Interviews negativ über die Vereinbarkeit von Mutterschaft und Kunst geäußert haben.

Tracy Emin:

"Ich glaube nicht, dass ich Arbeiten gemacht hätte (wenn ich Mutter gewesen wäre)", gibt sie zu. „Ich wäre entweder 100% Mutter oder 100% Künstlerin gewesen. Ich bin nicht flockig und mache keine Kompromisse. Kinder haben und Mutter sein… Es wäre ein Kompromiss, gleichzeitig Künstlerin zu sein. Ich weiß, dass einige Frauen es können. Aber das ist nicht die Art Künstlerin, die ich sein möchte. Es gibt gute Künstler, die Kinder haben. Natürlich gibt es diese. Sie werden Männer genannt. Es ist schwer für Frauen. Es ist wirklich schwierig, sie sind emotional zerrissen. Es ist schwer genug für mich mit meiner Katze.“

Marina Abramović auf die Frage, ob sie nie Kinder haben wollte:

"Nein. Noch nie. Ich habe dreimal abgetrieben, weil ich überzeugt war, dass dies eine Katastrophe für meine Arbeit sein würde. Wir haben nur eine bestimmte Menge Energie in unserem Körper, die ich hätte teilen sollen. Meiner Meinung nach sind Frauen deshalb in der Kunstwelt nicht so erfolgreich wie Männer. Es gibt viele talentierte Frauen. Warum übernehmen die Männer die wichtigen Positionen? Ganz einfach: Liebe, Familie, Kinder - alles, was eine Frau nicht opfern will.“

Beide Videos zeigen, wie Hannah Cook ihre Tochter Ada in einer zustellungsähnlichen Umgebung stillt. Im einen Video sitzen sie auf einem unordentlichen Bett, das wie „My Bed" von Tracey Emin aussieht, im anderen sitzen sie vor einer Frau in einem roten Kleid, die wie Marina Abramović in ihrer Performance "The Artist is Present“ (MoMA 2010) aussieht.


Mother Art Prize

Der Mother Art Prize wird von der Kunstorganisation Procreate Project vergeben, die die Entwicklung zeitgenössischer Künstlerinnen unterstützt, die Mütter sind und in verschiedenen Kunstformen arbeiten.
Procreate Project setzt sich für gleiche Chancen von Frauen und Mütter in der Kunst ein und bietet durch Online- und Offline-Plattformen Möglichkeiten, Arbeiten von Künstlerinnen zu zeigen und Netzwerke zu KollegInnen und Organisationen herzustellen, die die Künstlerinnen in verschiedenen Stadien ihrer Karriere unterstützen können.

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