Kilian KretschmerPerformance und Videokunstdeutsch english |
"SAVE" - 2010
Videoperformance Mixed Media Auf einer ca. 36 qm großen Bühne werden zwei Leinwände, jeweils 2,25 m hoch und 3 m breit nebeneinander so aufgestellt, dass sie sich auf der Bühnenmitte treffen. Die rechte Leinwand ist aber um 90 cm in der Tiefe nach hinten versetzt, um einen Durchgang zwischen den Leinwänden zu ermöglichen. Aus der Sicht des Publikums ergibt sich so eine 6 m breite Projektionswand. Vor der rechten Leinwand steht kurz vor dem rechten Rand ein 1,2 m hoher Sockel. Ein identischer Sockel mit einer weißen Vase darauf steht verborgenen für das Publikum gegenüber, hinter der linken Leinwand. Die Fläche der linken Leinwand wird von hinten mit einer Kamera gefilmt. Mit einem Videobeamer wird dieses Bild live aber spiegelverkehrt auf die rechte Leinwand so projiziert, dass der Sockel im live-Bild mit dem vor der rechten Leinwand deckungsgleich ist. Es entsteht der Eindruck, als stünde die Vase auf dem Podest vor der rechten Leinwand. Auf der linken Leinwand werde ich synchron einen Film projizieren, der mit einer Hochgeschwindigkeitskamera vorproduziert wurde. Zu sehen sein wird genau der Raum, den diese Leinwand verdeckt. Der Zuschauer sieht also einen an der Mittelachse gespiegelten Raum mit zwei Sockeln und Vasen. Im Film auf der linken Leinwand betrete ich die Bühne von links in einer Zeitlupe. Synchron dazu betrete ich real, aber in einer gespielten Zeitlupe die Bühne von rechts vor der rechten Leinwand. Meine gefilmte Person und ich selbst werden entlang der beiden Leinwände synchron in echter und gespielter Zeitlupe aufeinander zulaufen, bis sich unsere Wege durch einen Filmschnitt bei dem Durchgang zwischen den Leinwänden kreuzen und sich nun im Film und in der Live-Übertragung wieder voneinander weg hinzu auf die Sockel bewegen. Nach diesem Schnitt bin ich also auf beiden Leinwänden nur als Projektion zu sehen, auf der linken im Film, auf der rechten als Live-Übertragung. Nach wie vor in Zeitlupe und synchron ergreife ich die Vase und begebe mich mit ihr in den Händen auf den Rückweg. Durch einen erneuten Filmschnitt werden sich meine beiden Bilder wieder bei dem Durchgang zwischen den Leinwänden auf ihrem Weg kreuzen, und ich werde weiterhin synchron zum Film rechts wieder real zu sehen sein. Ich bewege mich auf den Sockel zu und stelle die Vase darauf ab. Doch während ich real die Vase sehr langsam und vorsichtig absetze, wird sie von mir im Film synchron in Zeitlupe auf dem Sockel zerschlagen. Hierbei zu hören ist der Klang der zerbrechenden Vase ebenfalls in Zeitlupe. Nachdem die Vase im Film zerbrochen und in Realität abgestellt ist, gehe ich nach außen von der Bühne ab. Nach der Vorführung ist die Bühne für das Publikum begehbar. - SAVE - anschauen |
"SCOMP" – 2006
Videoperformance Drum, Beamer, Screen, Podest Die Videoperformance „SCOMP“ (Sound Controlled Motion Pictures) entstand 2006 in Zusammenarbeit zwischen Kilian Kretschmer und Thorsten Schwanninger und erzählt die Geschichte eines Schlagzeuger, der in letzter Sekunde doch noch Pünktlich zu seinem Einsatz kommt. Auf eine Leinwand, vor der Kilian Kretschmer mit einer Trommel auf einem Podest sitzt, wird ein Video projiziert, in dem Thorsten Schwanninger zu sehen ist, der mit Schlagzeugstöcken in den Händen eine Straße entlang rennt. Über eine Computerschnittstelle wird das Video so gesteuert, dass es bei jedem Trommelschlag genau ein Bild/Frame weiter läuft. Je schneller ich also vor der Leinwand trommle, desto schneller läuft auch Thorsten Schwanninger in dem Video. Durch die Bewegung der Videobilder im Rhythmus des Trommelspiels inszeniert die Videoperformance „SCOMP“ eine ungewohnte Synchronität von realer und virtueller Zeitlichkeit. - SCOMP - anschauen |
"vs." – 2007
Videospiel-Performance 2 Drumsets, Controller, Playstation, Beamer and Screen In der 2007 zum ersten mal Aufgeführten Videospiel-Performance "Versus" treten zwei Schlagzeuger in dem Video-Kampfspiel "Tekken" gegeneinander an und inszenieren auf diese Weise Soli für zwei Schlagzeuge. Über einen speziell entwickelten Adapter werden beide Drumsets wie Gamecorntroller an eine Playstation angeschlossen, sodass die Spielfiguren beispielsweise durch Tritte auf die Bassdrum, Tritte im Spiel ausführen oder bei einem Schlag auf das Crashbecken hochspringen. Die komplexeren Kampfbewegungen, die bei herkömmlichen Gamecontroller durch verschiedene Tastenkombinationen steuerbar sind, erklingen gleichzeitig als rhythmische Muster einer neuen Form des „Drumbattels“. Die Videospiel-Performance "Versus" thematisiert die Interdependenzen zwischen Realem und Virtuellem, denn steht das Ziel den Kampf für sich zu entscheiden im Vordergrund, ergibt sich aus dem virtuellen Spielverlauf eine musikalische Komposition, während in einer zweiten Variation die reale rhythmische Improvisation der Schlagzeuger den Ausgang des Spiels einfach dem Zufall überlässt. - vs. - anschauen |
"Superposition" – 2008
Videoperformance Mixed Media „Superposition“, ein Begriff, der im lateinischen soviel wie Überlagerung bedeutet, ist der Titel einer 2008 uraufgeführten Videoperformance, die mit neuen Medien versucht die Wahrnehmung selbst wahrnehmbar zu machen. Während ein Performer aus 36 weißen Kuben eine Wand zwischen sich und dem Publikum aufbaut, zeichnen zwei Kameras, sowohl die allmählich für die Zuschauer nicht mehr sichtbare Performance, als auch die Zuschauer selbst auf. Beide Aufnahmen werden so überlagert auf die weiße Wand projiziert, dass das Publikum nicht nur die Performance, sondern auch sich selbst aus der Perspektive des Performers wahrnehmen kann. Die Videoperformance „Superpostion“, die an Arbeiten wie Jeff Walls "Picture of a Woman" oder Dan Grahams "Performer/Audience/Mirror" anknüpft, konfrontiert die Zuschauer in der Projektion zweier überlagerten Kameraaufnahmen, mit dem Blick des Anderen. - Superposition - anschauen |
"& 4 &" – 2008
Videoperformance Snare, Hihat, Beamer and Screen Die 2008 uraufgeführt Videoperformance „& 4 &“ inszeniert die Unterschiedlichkeit der Wahrnehmung von Räumlichem und Zeitlichem, wenn man sie getrennt betrachtet obwohl sie synchron sind. Auf dem Boden ist aus sechzehn weißen Streifen ein Kreis mit vier Metern Durchmesser markiert, der zur Hälfte von einer Leinwand verborgen wird. Vor dieser ist ein Becken positioniert und hinter ihr steht eine Trommel. Während ein Performer stetig im Kreis geht, wird auf die Leinwand ein Video projiziert, welches ihn hinter der Leinwand zeigt, wie er die Trommel schlägt und das in dem Moment angehalten wird, in dem er ausholt, um auch das Becken erklingen zu lassen. Erst nach einem weiteren Kreislauf, wenn der Performer wieder an derselben Position angekommen ist, läuft der Film, in dem plötzlich das Becken zu hören ist weiter, sodass der Eindruck entsteht, als würde aus dem Film heraus auf das Becken vor der Leinwand geschlagen. Die Videoperformance „& 4 &“, die für ein Laufpublikum konzipiert wurde und im „Loop“ aufgeführt wird, spielt mit der multistabilen Wahrnehmung der Rezipienten, die in dem Moment „& 4 &“, in dem der Film weiter läuft und plötzlich das Becken zu hören ist, nicht mehr zwischen räumlich zwar Dargestelltem aber nur zeitlich Wahrnehmbaren unterscheiden können. - & 4 & - anschauen |
"pastpresent" - 2010
Videoinstallation, Videoperformance stereoscopic Camera, stereoscopic Beamer, Silver-Screen "pastpresent" ist eine zur Hälfte live, zur anderen Hälfte vorproduzierte Videoinstallation. In dieser Arbeit setze ich eine Videoaufzeichnung der Vergangenheit mit einem live-Video zu einem einzelnen stereoskopen 3D Bild zusammen. Der Betrachter sieht die Darstellungen der Vergangenheit und die der Gegenwart gleichzeitig in einem stereoskopen 3D Bild. Die Arbeit entstammt aus einer Versuchsreihe mit 3D Film. Der Titel ist Oliver Krätschmer gewidmet. Für den Link zur Videodokumentation bitte ich um eine kurze Mail an mich. |
Kontakt: Kilian Kretschmer Gartentraße 72 76135 Karlsruhe 0177 371 32 39 kkretschm@hfg-karlsruhe.de HFG-Homepage |