„Ick bin Klincke. Ick öffne dit Tor.“ Pionier Carl Klinke
Klinke-Platz in Spandau, Berlin
Gesamtansicht
Bushaltestelle
Bus-Schild
Klinke Stuben
Platz Ansicht
Denkmal
InschriftDie Preußen stürmen die Düppler Schanzen,
Kanonen donnern und Kugeln tanzen;
Die Dänen wehren mit trotzigem Mut
Sich hinter den schützenden Wällen gut.Bald hemmen gewaltige Palisaden
Die stürmenden Krieger auf blutigen Pfaden;
Doch Klinke, der Brave, kann nicht ersehn
Die Kameraden, wie stutzig sie steh'n."Was nützt es," spricht er," bedächtig zu raten?
Des Todes Gefahren drängen zu Thaten;
Mein Pulversack öffnet euch weit und breit
Die Pforte zum Sieg in kürzester Zeit.Und hab' ich freudig geopfert mein Leben,
Und möge der Herr mir Gnade geben;
Dann wolle der König sorgen zum Lohn
für meine Wittwe und meinen Sohn!"Und von der Schulter reißt er sich munter
Den strotzenden Pulversack herunter
Und hängt ihn auf mit hastiger Hand
Am nächsten Pfahle der riesigen Wand.Ein Feuerschwamm ist dem Sacke verbündet,
Ein Funke darauf - er glimmt - er zündet.
Hui, Blitz und Schlag - die Wand entzwei,
Der Weg zum Sieg den Stürmern frei.Und all die Kampfgefährten melden
Begeistert den Opfertod des Helden.
Hoch preist das Volk, hoch preist das Lied
Ihn als den deutschen Winkelried.
Hiarn Bube
Sockel-Inschrift des Denkmals am Klinke-Platz Berlin-Spandau
Unseren in den Feldzügen von
1864, 1866 und 1870/71 für König
und Vaterland sowie in China
und Südwestafrika für Kaiser
und Reich gefallenen und ge-
storbenen Kameraden Inson-
derheit dem Pionier Karl Klinke
der 4. Komp., welcher bei dem
Sturm auf die Düppler Schanzen
am 18. April 1864 seine aufopfe-
rungsvollen Heldentod fand
zum GedächtnisDem Bataillon in treuer Anhäng-
lichkeit zum 18. April 1909 zuge-
eignet vom Verein der Kamera-
den vom Pionier Bataillon von
Rauch (Brdbg.) No3 zu Berlin
Auch auf Schanze II in Düppel wurde ein Gedenkstein errichtet. Er trägt die folgende Inschrift:
Zum Gedächtnis
der am 18. April 1864
gefallenen Königlich Preussischen
Pioniere
-
Hier fiel der Pionier
KLINKE
Theodor Fontane schrieb:
"[...] »Ich will ja nich sagen, Tübbecke, daß es bei Spichern gar nichts war; aber gegen Düppel (wenn ich auch nicht mit dabei gewesen), gegen Düppel war es gar nichts. Wie war es denn bei Spichern, wovon du so viel redst, als ob sich vierundsechzig daneben verstecken müßte? Bei Spichern, da waren Menschen oben, aber bei Düppel, da waren Schanzen oben. Und ich sage dir, Schanzen mit 'm Turm drin. Da pfeift es ganz anders. Das heißt, von Pfeifen war schon eigentlich gar keine Rede mehr.« Eine Folge dieser Anschauung war es denn auch, daß in den Augen Kluckhuhns der Pionier Klinke, der bei Düppel unter Opferung seines Lebens den Palisadenpfahl von Schanze drei weggesprengt hatte, der eigentliche Held aller drei Kriege war und alles in allem nur einen Rivalen hatte. Dieser eine Rivale stand aber drüben auf Seite der Dänen und war überhaupt kein Mensch, sondern ein Schiff und hieß Rolf Krake. [...]"
Theodor Fontane
" »[...]Wenn einer eine Böschung raufklettert und nu steht er oben, und schleicht sich ran, immer mit 'nem Pulversack und 'nem Zünder in der Hand, und nu legt er an, und nu fliegt alles in die Luft und er mit. Und nu ist die Festung oder die Schanze offen. Ja, Frau Gräfin, das ist was. Und das hat unser Pionier Klinke getan. Der war moralisch. Ich weiß nicht, ob Frau Gräfin mal von ihm gehört haben, aber dafür leb' und sterb' ich - immer bloß das Kleine, da zeigt sich's, was einer kann. Wenn ein Bataillon ran muß un ich stecke mitten drin, ja, was will ich da machen? Da muß ich mit. Und baff, da lieg' ich. Und nu bin ich ein Held. Aber eigentlich bin ich keiner. Es ist alles bloß Muß, und solche Mußhelden gibt es viele. Das is, was ich die großen Kriege nenne. Klinke mit seinem Pulversack, ja, der war bloß was Kleines, aber er war doch groß. Und ebenso (wenn er auch unser Feind war) dieser Rolf Krake.« [...]"
Der Stechlin
Siebzehntes Kapitel
Theodor Fontane
[...]
Der Stechlin
Achtundzwanzigstes KapitelPalisaden starren die Stürmenden an,
Sie stutzen; wer ist der rechte Mann?
Da springt von achten einer vor:
»Ich heiße Klinke, ich öffne das Tor!« –Und er reißt von der Schulter den Pulversack,
[...]
Schwamm drauf, als wär's eine Pfeif' Tabak.
Ein Blitz, ein Krach – der Weg ist frei –
Gott seiner Seele gnädig sei!
Solchen Klinken für und für
Öffnet Gott selber die Himmelstür.Theodor Fontane: Der Tag von Düppel
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Karl Klinke
* 18. Juni 1840 Bohsdorf (Lausitz) Arbeiter und Soldat 1908: In der Grünanlage am Klinkeplatz (Spandau) wird für den Spandauer Karl Klinke ein Denkmal enthüllt. Er hatte sich 1864 im Preußisch-Dänischen Krieg mit einem Pulversack in die Düppeler Schanzen gestürzt, um eine Bresche zu sprengen. (Quelle)
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