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Licht: kamuna2001 Wettlauf der Zeiten

Zum Raum wird hier die Zeit

Ort: St. Egidien Kirche Nürnberg
Datum: Sonntag 13.10.2002

Die St. Egidienkirche, der einzige erhaltene barocke Sakralbau Nürnbergs, geht auf das ehemalige Schottenkloster zurück, das seinerseits um 1140 die Stelle eines Königshofes aus der Frühzeit der Stadt einnahm. Der heutige Bau wurde in den Jahren 1711 bis 1718 errichtet. Vom einstigen Kloster sind die romanische Euchariuskapelle, der älteste erhaltene Sakralbau der Stadt aus dem 12. Jahrhundert, ebenso
die Tetzelkapelle (1345) und die spätgotische St. Wolfgang Kapelle erhalten.
Der sakrale Raum als Speichermedium der Geschichte. Jeder Raum besitzt seine eigene Geschichte, die als Layer über und unter der sichtbaren Oberfläche liegt. Unser Ziel ist es, diese Schichten im visuellen Konzept der Veranstaltung, freizulegen. Wir arbeiten als Lichtarcheologen und reisen mit dem Raum durch die Zeit.
Dazu benutzten wir im Hauptschiff der Kirche, zwei Projektionen an den Seitenwänden, und eine Projektion zentral auf eine zwischen Altar und Kreuz gespannten Gaze (Netzstoff). Zusätzlich im Ostchor Bodenfluter
eingesetzt, die zusammen mit der Beleuchtung in den Kreuzflügeln und im Hauptschiff ein visuelles Öffnen und Schliessen des Raumes ermöglichen. In den beiden Querhäusern werden zwei Becken mit Feuer installiert, die als zusätzliche Lichtquelle gezündet werden. Während der „Zeitreise“ schliesst und öffnet sich der Raum durch die Beleuchtung sowohl in vertikaler als auch in horizontaler Richtung. Offenheit und Enge die dieser Raum selbst erlebte. Sei es zu der Zeit als der Ostchor nicht zugänglich und durch eine Wand vom restlichen
Kirchenraum getrennt war, oder als der Himmel sich als natürliches Dach über die Kirche spannte, da der Dachstuhl zerstört worden war. Geborgenheit und Freiheit, beides Attribute die einer Kirche idealerweise
zugehörig sein sollte.


Vorabkonzept Dramaturgie:
Wir beginnen mit dem Einlass in die Kirche. Zu Beginn ist die Decke des Kirchenschiffes hell beleuchtet.
Ausserdem wir der Teppich beleuchtet um eine Führung ins Kircheninnere zu ermöglichen.


Seitlich werden mit zwei Daten/Videoprojektoren Naturbilder, Wald und Wiese, projiziert.



Langsam beginnt, in Abstimmung mit der Musik, die Zeitreise.Schritt für Schritt wird der Aufbau der Kirche sichtbar.





Zum Ende der ersten Hälfte des Abends, sind wir in der Gegenwart angelangt. Von hier an werden wir, die Bilder der ersten Hälfte aufgreifend, eine Art Erinnerung an die Geschichte kreieren, die in Kombination mit dem Licht die räumliche Situation stärker hervorhebt.



Das Visuelle Konzept besteht aus zwei Hälften. Die erste ist narrativ, die Geschichte der Kirche erzählend. In der zweiten Hälfte werden wir abstrakter mit dem Raum umgehen und ihn über Licht und Projektion bewegen.
Wir werden die Größe des Raumes betonen, um anschließend in die Enge zurückzukehren. Zum Ende werden wir den gesamten Raum erleuchten und somit ein visuelles Wiedererlangen der Freiheit zu gestalten.