WAS KANN KUNST? – Partizipatorische Kunstprojekte auf dem Feld des Sozialen.
Kunst ist heute oftmals nicht nur schön oder interessant, sondern vor allem sozial engagiert und begibt sich bewusst in Bereiche außerhalb des Kunstbetriebs. Vom Rezipienten wird dabei anstatt Betrachtung aktives Handeln und Interagieren gefordert. „Partizipatorische Kunst“, „Ambient Art“ oder „Relational Art“ will die Rezipienten eben nicht als bloße Konsumenten von Kunst ansprechen; viel eher sie auf die unterschiedlichste Arten und Weisen aktiv in den künstlerischen Werkprozess einbeziehen. Damit wendet sie sich radikal gegen die Vorstellung vom autonomen Werk und experimentiert stattdessen mit Räumen und Möglichkeiten sozialer Interaktion und Einflussnahme. Dies löst die traditionell streng abgegrenzten Bezugsfelder von Werk, Künstler und Betrachter auf, so dass die Konstruktion von Wirklichkeit zur gemeinschaftlichen Sache gegenseitiger Einflussnahme und Kommunikation wird.
Diese Verschränkungen und Vermischungen der Sphären der Kunst mit anderen gesellschaftlichen Teilbereichen werfen allerdings viele grundsätzlichen Fragen auf:
Können die Beurteilungskriterien hier noch ästhetische sein?
Was sind die Potentiale, aber auch die Grenzen einer solchen Kunst? Kann Kunst überhaupt außerhalb des Kunstsystems agieren?
Oder entsteht dieses nicht automatisch dort, wo von Kunst die Rede und Kunst am Werk ist. Was also kann Kunst?
Das Seminar geht diesen Fragen anhand zentraler Arbeiten der partizipatorischen Kunst, wie solchen von Jochen Gerz, Thomas Hirschhorn, Gregor Schneider, Santiago Sierra, Rirkrit Tiravanija, Apolonia Sustersic u.a., nach.
Geplant ist ferner ein gemeinsamer Studientag mit Studierenden des Kunsthistorischen Instituts der Universität Heidelberg.
Beginn: 24. Oktober
