Formen und Medien politischer Herrschaft – Von der Demokratie zum Imperium
„Die Demokratie ist die einzige Herrschaftsform, die prinzipiell für ihre Selbstkritik empfänglich ist und ihre unendliche Vervollkommnungsfähigkeit anerkennt“, so Jacques Derrida. Was aber, wenn die wahre Herrschaft längst auf Seiten einer Ökonomie liegt, deren säkular-kapitalistische Form auf das theologisch-ökonomische Paradigma des trinitarischen göttlichen Lebens zurückzuführen ist, wie Giorgio Agamben dies in seinem jüngst auf deutsch erschienenen Buch „Herrschaft und Herrlichkeit“ behauptet? Die Massenmedien in den modernen Demokratien dienten dann nicht der Aufklärung und Transparenz im Sinne einer „vierten Gewalt“ im Staate, sondern sie hätten die Funktion, eine quasi imperiale Ordnung mit liturgisch-zeremoniellem Aufwand zu „verherrlichen“. Im Seminar werden Autoren zeitgenössischer politischer Philosophie gelesen, in studentischen Referaten vorgestellt und im Plenum diskutiert, die der Frage nach dem Wesen politischer Herrschaft im Allgemeinen und der Demokratie im Besonderen nachgehen: außer Derrida und Agamben u.a. Laclau / Mouffe, Badiou, Hardt / Negri, Rancière und Zizek. Prof. Sloterdijk wird in unregelmäßiger Folge am Seminar teilnehmen. Beginn mit Referatvergabe: 15.10.
