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„Paper Museum“: Reproduktion – Sammlung – Imagination

Fach: 
Kunstwissenschaft und Medientheorie
Veranstaltungstyp: 
Seminar
Zeit: 
mittwochs, 11 – 13 Uhr
Ort: 
Raum 112 (Großer Seminarraum)

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Dr. Silke Walther
 
Wir leben in einer „culture of the copy“, leiden aber noch am Gefälle zwischen Original und Kopie (not-original), „Meisterwerk“ und Reproduktion (H. Schwartz), obwohl dies unserer Freude am kopierenden Kreieren widerspricht: Die Freiheit, die die (Photo-) Reproduktion eröffnet, wurde u.a. von André Malraux erkannt. Das Seminar verfolgt anhand ausgewählter Beispiele diverse Modelle, Funktionen und Gründungen von „Museen“ auf Papier: von der Zeichnung bis zum Künstlerbuch, von Cassiano del Pozzo zum Imaginären Museum, von griechischer Mnemotechnik über (natur-) wissenschaftliche (Lehr-, Akademie-) Sammlungen und gemalte Kunstsammlungen und „Galeriewerke“ des Barock über die Reproduktionsgraphik- „Museen“ in gedruckten Journalen und Editionen des 19. Jahrhunderts (Satire, Karikatur, Kunst, Mode, Gartendesign u.v.m.) bis zu künstlerischen Versuchen, mit Hilfe der Reproduktion neue An- oder Umordnungen als Gegenentwurf zur erschöpften Epistemiologie des „Museumszeitalters“ zu entwerfen. Mit Marcel Duchamp, dem Ahnen vieler fiktiver „Künstlermuseen“ des 20. Jahrhunderts, wird technische Reproduzierbarkeit als unumkehrbare Prämisse künstlerischer Innovation in der Moderne breitenwirksam zum Konzept. Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Museum auf Papier antwortet so auf die fortgeschrittene Metaphorisierung und bedient sich der „culture of the copy“, bis heute, mit nicht versiegendem Ideenreichtum. Das Seminar steht Teilnehmern der Partnerhochschulen offen. Beginn: 21.04.