Wie Beuys ausstellen?
Die große Ausstellung "Joseph Beuys. Parallelprozesse" im K20 soll eines der Herzstücke der Quadriennale 2010 in Düsseldorf werde. Diese wurde im Wintersemester 2009 in Kooperation mit der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe von der Vortragsreihe "Beuys ausstellen?" unter der Leitung von Prof. Wilfried Kühn begleitet. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes, das aus dem Seminar "AUSSTELLEN ALS AKTUALISIERUNG" hervorging, sollen sich nicht nur in einem umfangreichen Katalog, sondern auch in einem ambitionierten Vermittlungsprogramm niederschlagen.
Joseph Beuys, einer der weltweit innovativsten und einflussreichsten Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, war Geburtshelfer folgenreicher neuer künstlerischer Ausdrucksformen, die zahllose Künstler nachhaltig und unmittelbar inspirierten. Fast 20 Jahre nach Armin Zweites vielbeachteter Ausstellung "Joseph Beuys – Natur Materie Form" will "Joseph Beuys. Parallelprozesse" die verschiedenen Facetten des scheinbar heterogenen Lebenswerks von Joseph Beuys zueinander in Beziehung setzen und in ihrer Wechselwirkung beschreiben.
In einer chronologischen Abfolge von zehn ausgewählten, für die einzelnen Werkphasen repräsentativen Großwerken und Themenfeldern sollen die komplexen Vernetzungsstrukturen innerhalb des Œuvres und zwischen allen Werkformen und Medien anschaulich nachvollziehbar werden. Mit der Werkschau, die in einer dialogischen Präsentation exemplarischer Ensembles den "ganzen Beuys" erfassen will, sollen nicht nur die skulpturalen Qualitäten des Werkes, sondern auch das performative Potential seiner Kunst, sein aktionistisches Handeln, sein quasi rituelles Agieren und sein transformierender Umgang mit Objekten und Werkstoffen vergegenwärtigt werden.
