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17.05.2012
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ARD Hörspieltage

Zum fünften Mal in ZKM und HfG Karlsruhe, 10.-14.11.2010 / Vortrag von Peter Sloterdijk am 12.11.

 
ARD Hörspieltage 2010
 
 
 
 
 
Die ARD Hörspieltage präsentieren vom 10. bis 14. November im Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) sowie in der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Karlsruhe an fünf Tagen wieder mehr als 50 Hörspiele, Konzerte und Lesungen. Den Auftakt macht am Mittwoch (10.11.) das Hörspiel „Armut, Reichtum, Mensch und Tier“, eine Produktion von Deutschlandradio Kultur. Zehn Hörspiele konkurrieren öffentlich um den mit 5.000 Euro dotierten Deutschen Hörspielpreis der ARD. Er ist zudem mit Ausstrahlungszusagen der ARD verbunden und somit der höchstdotierte deutsche Hörspielpreis. Glanzvoller Höhepunkt des Festivals ist die „Nacht der Gewinner“ am Samstagabend, bei der Auszeichnungen mit einem Preisgeld von insgesamt 13.500 Euro vergeben werden. Sieben Radioprogramme der ARD übertragen die Veranstaltung von 21.05 Uhr an live oder zeitversetzt. Dem Kinderhörspiel ist ein eigener Tag im Festivalprogramm gewidmet (Sonntag, 14. November). Die Veranstalter, die Landesrundfunkanstalten der ARD und das Deutschlandradio, erwarten wieder ähnlich viele Besucher wie im Vorjahr (2009: rund 9.000).

Die ARD Hörspieltage sind das größte Festival für das Hörspiel in Deutschland und finden seit fünf Jahren in Karlsruhe statt. Bernhard Hermann, SWR-Hörfunkdirektor und Vorsitzender der ARD-Hörfunkkommission: „Zu den ARD Hörspieltagen erwarten wir auch in diesem Jahr wieder prominente Schauspieler, Autoren und Künstler in Karlsruhe: Neben den Schauspielern und Sprechern Rufus Beck, Jens Wawrczeck und Jürg Löw sind die Autoren Andreas Ammer, John von Düffel, Werner Fritsch und Terézia Mora sowie die Musiker David Moss und Alvin Curran zu erleben und zu hören. Den Besuchern können wir somit anregende und unterhaltende Hörerlebnisse im ZKM und in der HfG versprechen.“ Die Koordination für die ARD übernehmen in diesem Jahr der federführende Südwestrundfunk sowie der Mitteldeutsche Rundfunk und der Rundfunk Berlin-Brandenburg. ZKM und HfG sind Partner und Gastgeber des Festivals.

Peter Weibel, Vorstand des ZKM: „In der Medienwelt ist Radio immer eine Oase der Kultur. Unsere Ausstellung ‚Sounds’ über Radiokunst ist auf dieser Insel die Palme. Die ARD Hörspieltage bilden das eindrucksvolle Panorama der Radiokunst.“ Peter Sloterdijk, Rektor der HfG Karlsruhe: „Die HfG Karlsruhe bietet in ihrem großen Portfolio an Lehrveranstaltungen und öffentlichen Präsentationen ein immer umfangreicheres Hörkunst-Spektrum an. Umso mehr freuen wir uns, dass die ARD Hörspieltage erneut bei uns zu Gast sind.“ Die Stadt Karlsruhe ist seit dem vergangenen Jahr Partner der Veranstaltung. Susanne Asche, Leiterin des Kulturamts: „Fünf Jahre ARD Hörspieltage in Karlsruhe, fünf Jahre Kinderhörspielpreis der Stadt Karlsruhe und weit mehr als 500 Schüler, die bei diesem Festival jedes Jahr die besonderen Schulvorführungen besuchen! Beeindruckende Zahlen, die die Bedeutung des Kulturstandortes Karlsruhe hervorheben. Wir freuen uns über diese erfolgreiche Kooperation der Stadt Karlsruhe mit den Organisatoren der ARD Hörspieltage.“

Die ARD Hörspieltage im Internet: www.radio.ARD.de
 
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VORTRAG VON PETER SLOTERDIJK:

Vergesellschaftung durch das Ohr
Das soziale Band und die Audiophonie

Der ursprüngliche Zusammenhang zwischen Menschen wird durch visuelle Beobachtung und akustische Gemeinschaft gestiftet. Im Laufe der kulturellen Evolution wurde das soziale Band durch "neue Medien" ständig gedehnt. Im Radiozeitalter holt die technische Ausweitung der Audiosphäre die ursprüngliche Mündlichkeit wieder ein.

Freitag, 12.11.2010, 18 Uhr, ZKM-Kubus
Dauer: ca. 45 Minuten
Sendetermin: 10.01.2011, SWR2-Essay, 22.05-23.00 Uhr
 
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Weitere Programmtipps:

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Mittwoch 10.11., 22:00 Uhr, HfG_Lichthof 4 Konzert

Ensemble TEMA

Das Ensemble TEMA ist ein in Karlsruhe neu gegründeter Klangkörper, der sich auf das Aufführen von zeitgenössischer Musik, auch in Verbindung mit anderen Künsten, spezialisiert.

Karlsruhe verfügt über einen großes Potential an Künstlern, die sich oft nach ihrem Studium an einer der Hochschulen (Hochschule für Musik, Hochschule für Gestaltung, Kunstakademie) in alle Winde zerstreuen und die Verbindung zur Stadt, die sie gebildet hat, abbrechen. Das Ensemble TEMA setzt sich als Ziel, dieses Potential fruchtbar zu machen und das Musikleben Karlsruhes, der Stadt Wolfgang Rihms, mit grenzüberschreitenden Konzerten zu bereichern.

Als "Ensemble in Residenz" am musiktheater intégrale der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe bestreitet das Ensemble TEMA sein Gründungskonzert während der ARD Hörspieltage. Für das Ensemble ist es eine besondere Chance, schon beim Gründungskonzert ein Programm zu präsentieren, dass dem Gründungsgedanken entspricht: Karlsruher Komponisten mehrerer Generationen mit Komponisten anderer Nationen miteinander zu verbinden und dabei auch grenzüberschreitend zu wirken, wie etwa die Musik den Texten des Hörspieltagepreisträgers Werner Fritsch aus seinem Roman "Cherubim" gegenüber zu stellen.

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Samstag, 13.11., 19:00 Uhr, HfG_Blauer Salon

Pablo Neruda: Der Reisende

Der Dichter Pablo Neruda war Schriftsteller und Politiker in einer Person und wurde bekannt durch seine mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Nationalepen Chiles, die sowohl eine literarische Physiographie seines Landes, als auch Bestandteil der lateinamerikanischen Befreiungsbewegung darstellen. In den konsularischen Diensten seines Landes bereiste Neruda viele Länder und hielt sich längere Zeit in ihnen auf.

Seine Autobiographie hinterlässt beim Leser demgemäß den Eindruck einer großen Weltläufigkeit und fundierten jeweiligen landesspezifischen Kenntnissen. Er ist zudem Teil der politischen Umwälzungsprozesse des 20.Jahrhunderts geworden, was mit seinem aktiven Widerstand gegen die Putschisten in Spanien, wo er seit 1927 lebte und 1935 chilenischer Konsul wurde, begann.

Eine enge Freundschaft verband ihn mit Pablo Picasso, der ihm bei seiner politisch bedingten Flucht aus Chile 1949 half und ihm einen französischen Pass besorgte. Bei seiner Rückkehr nach Chile 1953 veröffentlichte er sein Hauptwerk "Il Canto General". 1969 wird er von der Kommunistischen Partei als Präsidentschaftskandidat nominiert, verzichtet aber zugunsten seines Freundes Salvador Allende, der im sozialistischen Wahlbündnis der Unidad Popular das Amt 1970 antritt. Dieser überredet Neruda, trotz mittlerweile angegriffener Gesundheit, als Botschafter nach Paris zu gehen. Den Putsch in Chile 1973 überlebt Neruda nur wenige Tage.

Das für diesen Abend ausgewählte dichterische Programm, widmet sich vordergründig der beruflich und privat veranlassten Reisetätigkeit des Weltbürgers Neruda, die die Begegnung mit den unterschiedlichsten Landschaften und Gegenden der Erde beinhaltet. Es sind neben den atmosphärisch charakterisierenden Vertonungen dieser Weltgegenden jedoch weniger die menschlichen als die tierischen Bewohner, die in den Mittelpunkt der musikalischen Tuchfühlung mit dem Werk Nerudas gerückt werden.

Den Kontrast zu den naturnahen Wort-Tongemälden bilden die Zwischenstationen damaligen Reisens, schmutzstarrende und stinkende Häfen, umrahmt von grundsätzlichen Überlegungen zur Schreibtätigkeit. Die Vertonungsverfahren variieren zwischen durchkomponierten Triokompositionen in enger Verzahnung mit dem Gedichttext, minimalistischen Klangmustern, alternierenden Text – und Musikpassagen, sowie improvisatorischen Elementen.
 
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KlangLabyrinth_2010

In einer von Studenten der HfG für die Hörspieltage entworfenen Lautsprecherinstallation im HfG_Studio ist der Besucher eingeladen, sich durch einen Parcours von Klangzonen mit narrativen und experimentellen Hörspielen zu bewegen. Jeweils zur vollen Stunde werden einzelne Hörstücke präsentiert. Valeska Höchst ist hier mit ihrem Hörstück „Sportgedicht“ vertreten, in dem es um den rhythmischen und sportlichen Umgang mit dem Gedicht „das Fischchen“ von Heinz Erhardt geht. Dabei werden die Rhythmen des Tennis der Metrik eines Gedichtes und deren Interpretationen aus sportlichen Sprecherhaltungen gegenübergestellt. Das Hörspiel „Nicht dass du ein falsches Bild vermittelst“ von Johanna Lenz gibt Gesprächsfragmenten des Alltags einen eigenen Raum und macht sie hörbar. Durch die Authentizität und manchmal auch Absurdität der Sprache öffnen die Geschichten neue Imaginationsräume, ohne dem Zuhörer ein Bild oder Kontext vorzugeben. In dem Hörspiel „Vaterliebe“ von Sarah Thöle geht es um den Konflikt und die Abgrenzung zwischen Tochter und Vater.
 
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M.I.R. - Mobile Interface Radio
 
M.I.R. - Mobile Interface Radio möchte Radio fernab des linearen Sendeablaufs des Küchenradios und der strikten Sendezeiten der HiFi-Stereoanlage möglich machen. M.I.R. möchte das Radio auf die Straße, in die Tasche und unter die Kontrolle des Hörers bringen.

Die Motivation ist die Krise des klassischen Mediums Radios: Strikte Formen und abgenutzte Sendekonzepte können heute durch den technologischen Fortschritt auf die Probe gestellt werden. Radio muss sich nicht mehr am Zeitplan des Senders orientieren sondern darf sich am Hier und Jetzt eines Hörers festmachen, der ein Smartphone mit Internetzugang bei sich trägt. Vielfältige Interaktionsmöglichkeiten - Touchscreens, Geolokation, Mikrofone, Bewegungssensoren, Kamera - bieten heute erstmals die „brechtsche Rückleitung ins Radio“ -- wenn der Hörer selbst zum Teilnehmer, zum Sender wird.

M.I.R. wird Möglichkeiten für die Radiokunst aufzeigen, lokative Hörstücke mit den Inhalten der „Hörspieler“ vermischen. Transreality Games können Realität und Fiktion vermischen und so den Hörer in das Stück selbst einbinden. Dokumentationen können an den Orten des Geschehens selbst abgespielt werden oder gar umverortet werden. Interaktive City-Guides können die aktuellen Nachrichten live einbinden.

M.I.R. ist ein Forschungsprojekt an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. In Pilotprojekten erforschen Studenten und Mitarbeiter die Möglichkeiten der neue Technologie -- zur Umgestaltung des Radios im Zeitalter des ubiquitären Internets.

An den ARD-Hörspieltagen können Sie in diesem Jahr die zweite Studie des Projektes M.I.R. selbst erleben. Die für Smartphones entwickelte Applikation führt sie entlang der alten Munitionsfabrik, die nun das ZKM und die Hochschule für Gestaltung Karlsruhe beherbergt, führt sie zu verschiedenen Punkten im öffentlichen Raum, hinter denen sich lokale, verortete, hörbare Szenen verbergen.

An einem ARD-Infostand werden einige Smartphones für die interessierten Hörer zur Ausleihe zur Verfügung stehen.
 
HÖREN: hallenbaua.com
Öffnen Sie mit dem Browser eines iPhone (ab iOS 4) oder eines Android-Telefons (ab Android 2.2) die Seite www.hallenbaua.com

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