ABISAG TÜLLMANN PREIS für künstlerischen Bildjournalismus
Mit dem Abisag-Tüllmann-Preis fördert die 2008 gegründete Abisag-Tüllmann-Stiftung, anknüpfend an das Lebenswerk der Frankfurter Fotografin, aktuellen künstlerischen Bildjournalismus. Nach der ersten Ausschreibung 2011 soll der Wettbewerb, zu dem professionelle Fotograf/innen und Bildjournalist/innen eingeladen sind, zukünftig alle zwei Jahre stattfinden. Turnusgemäß wird der Abisag-Tüllmann-Preis 2013 wieder ausgeschrieben werden. Der neu eingerichtete Fotografiepreis ist jeweils mit einer Dotierung von insgesamt 10.000 Euro und mit einer Präsentation in Kooperation mit der Heussenstamm-Stiftung verbunden.

Für den Abisag-Tüllmann-Preis 2013 wurden rund einhundert hochqualifizierte Bewerbungen eingereicht. Hieraus hat sich das Kuratorium der Abisag-Tüllmann-Stiftung für die Auszeichnung zweier Fotografinnen entschieden: Anja Niedringhaus und Nathalie Mohadjer teilen sich den ersten Abisag-Tüllmann-Preis. Gleichzeitig wurde den Fotografen Frederik Busch und Enrico Fabian eine besondere Anerkennung für ihre Arbeiten ausgesprochen.
Frederik Busch studierte an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG) Medienkunst/Fotografie. Als Medienwissenschaftler und Fotograf ist er für NEON, SZ-Magazin, Fluter und Vice immer wieder in gesellschaftlichen Randbezirken unterwegs. Er berichtet beispielsweise über schwule Skinheads, Transsexuelle, Working Poor, oder Borderline-Patienten. „Wer seine Wunden zeigt, wird geheilt.“ Im Sinne dieser Aussage von Joseph Beuys wird Frederik Busch im Herbst 2010 durch eine persönliche Krisenerfahrung mit einer außergewöhnlichen Situation konfrontiert: Er lässt sich auf eine Station für psychotherapeutische Medizin einweisen und wird so vom außenstehenden Reporter zum mitbetroffenen, inneren Beobachter. Dort erfasst sein Blick Motive und Szenen, deren Symbolgehalt und Wirkung erst zur Geltung kommt in der ungeschönten Klarheit und Strenge der fotografischen Umsetzung.
Entstanden ist die Serie „S23“, ein autobiografisches, künstlerisches Tagebuch, das nun eine besondere Anerkennung durch die Jury der Abisag-Tüllmann-Stiftung erfuhr.

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Abisag Tüllmann (1935–1996) hat über vier Jahrzehnte mit ihren dokumentarischen und künstlerischen Reportagen Foto- und Pressegeschichte geschrieben. Als freiberufliche Bildjournalistin und Theaterfotografin arbeitete sie, die seit den späten 1950er Jahren in Frankfurt lebte, für verschiedene Frankfurter Zeitungen, für die Zeitschriften Magnum, Publik, die Zeit, den Spiegel und viele internationale Publikationen. Häufige Reisen, im Auftrag und auf eigene Initiative, führten sie in die Krisengebiete dieser Welt. Ihre Reportagen zu den postkolonialen Umbrüchen auf dem afrikanischen Kontinent, den israelisch-palästinischen Konflikten, aber auch über die politischen und sozialen Bewegungen in Deutschland sind eindringliche Analysen der Zeitgeschichte. Abisag Tüllmann hinterließ darüber hinaus ein umfangreiches Werk an Theaterfotografie aus ihrer langjährigen Zusammenarbeit mit Regisseuren wie Ruth Berghaus, Claus Peymann, Peter Stein und Robert Wilson.
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Verleihung und Ausstellungseröffnung „ Abisag-Tüllmann-Preis 2011“
19. Februar 2013, 19:00 Uhr
Ausstellungsdauer: 20. Februar bis 20. März 2013
Weitere Informationen: http://www.heussenstamm.de/?id=257
