Kunstwissenschaft und Medientheorie
Der Studiengang
Wer auf höchstem Niveau studieren möchte, ist an der Hochschule für Gestaltung | HfG in Karlsruhe richtig. Der Wissenschaftsrat bescheinigte der Hochschule in seinem Evaluationsbericht im Jahr 2008 ein „ausgezeichnetes Ausbildungskonzept“. Als international renommierte Ausbildungsstätte mit außergewöhnlichem Studienangebot bietet die Hochschule für Gestaltung Studenten und Lehrenden einen besonderen akademischen Ort.
Mit rund 400 Studierenden ist die HfG vergleichsweise klein. Das spricht für ausgezeichnete Studienbedingungen und eine ideale Betreuungsquote: Nur selten teilen sich mehr als 30 Studenten die Aufmerksamkeit eines Professors. Diese Nähe zwischen Lehrenden und Studierenden ermöglicht eine intensive Betreuung, fördert den persönlichen Austausch und bietet die besten Voraussetzungen für ein produktives Studium.
Die seit jeher renommierte Professorenschaft der Hochschule steht für eine exzellente Qualität der Lehre. Ein kleiner Stamm langfristig gebundener Professoren sorgt für die notwendige Kontinuität, während zahlreiche Gastprofessuren und die Einladung internationaler Künstler und Theoretiker zu Gastvorträgen und Workshops das Lehrangebot der Hochschule durch immer neue Impulse bereichert. Durch ihre zahlreichen Kontakte und Kooperationen verfügt die HfG zudem über ein stetig wachsendes, internationales Netzwerk aus künstlerischen und wissenschaftlichen Experten.
Kunstwissenschaft statt Kunstgeschichte?
Der Studiengang ‚Kunstwissenschaft und Medientheorie’ an der Hochschule für Gestaltung (im Folgenden verkürzend ‚Kunstwissenschaft’ genannt) entspricht dem Fach Kunstgeschichte an den Universitäten. Doch sind es gerade die Unterschiede und Besonderheiten, welche ein Studium der Kunstwissenschaft an der HfG attraktiv machen.
Ein signifikanter Unterschied des Studienfachs Kunstwissenschaft gegenüber der klassischen Kunstgeschichte liegt in ihrem Schwerpunkt auf der Kunst der Moderne und Gegenwart. Aufbauend auf ein breit angelegtes kunsthistorisches Fundament, richtet sich das Hauptaugenmerk des Fachs auf die Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts (von den frühen Anfängen der künstlerischen Moderne, über die Avantgarden bis zur Postmoderne) und vermittelt die Kompetenzen und Methoden, mit denen sich auch die jüngsten Phänomene der zeitgenössischen Kunst kunstkritisch erfassen lassen.
Ergänzend bilden kunstsoziologische und kunstökonomische Themen einen großen Anteil im Lehrangebot, aber auch die Ideen- und Toposgeschichte der Kunst(theorie) nimmt einen höheren Stellenwert ein als an den meisten kunsthistorischen Instituten. Das Fach Kunstwissenschaft an der HfG reagiert außerdem auf die zunehmende Bedeutung des Medienbildes in unserer Gesellschaft, indem sie medientheoretische und bildwissenschaftliche Fragen behandelt, aber auch ästhetische Phänomene jenseits von Kunst und ‚Hochkultur’ – wie zum Beispiel die Bildwelten der Massenmedien oder die Warenästhetik der Konsumkultur – in das Feld ihrer Untersuchungen mit einbezieht.
Einmalige Voraussetzungen für eine kunsttheoretische Auseinandersetzung mit der jungen Gattung ‚Medienkunst’ sind ferner durch die enge Zusammenarbeit der Hochschule für Gestaltung mit dem namhaften Zentrum für Kunst und Medientechnologie | ZKM gegeben, die beide unter demselben Dach angesiedelt sind: Eine Kooperation, die Heinrich Klotz als gemeinsamer Gründungsdirektor von HfG und ZKM tief in der Konzeption der Hochschule verankert hat und von der unsere Studenten bis heute profitieren – nicht nur wenn es um die Realisierung großer gemeinsamer Studienprojekte geht, sondern auch hinsichtlich der zahlreichen internationalen Konferenzen, die jedes Jahr Größen aus Kunst, Philosophie und Technologie an das Karlsruher ZKM lockt.
Was macht ein Geisteswissenschaftler an einer Hochschule für Gestaltung?
Das praktische Nebenfach
In Deutschland ist die Integration des Theoriestudiengangs Kunstwissenschaft an einer Kunsthochschule einzigartig – doch die Vorteile dieses Modells sprechen für sich! An der Hochschule für Gestaltung ergibt sich daraus eine exzellente akademische Konstellation, die nach dem Grundsatz der interdisziplinären Durchdringung aller Fachbereiche ein einmaliges Zusammenspiel von Kunst, Gestaltung und Wissenschaft erlaubt. Denn anders als an den Universitäten ist für das Studium der Kunstwissenschaft an der HfG die Wahl eines praktischen Nebenfachs aus den Bereichen Medienkunst, Kommunikationsdesign, Produktdesign oder Ausstellungsdesign/Szenografie obligatorisch. Die klassischen Formate kunstwissenschaftlicher Lehrveranstaltungen (Seminare, Vorlesungen, Kolloquien, Workshops) werden auf diese Weise um das Projekt-Studium der praktischen Fachbereiche erweitert: Studierende aus den Kunst-, Design- und Theoriefächern arbeiten gemeinsam an praxisbezogenen Aufgaben wie beispielsweise Katalog-, Zeitschriften- oder Ausstellungsprojekten. Durch den unmittelbaren Einblick in künstlerische, gestalterische oder kuratorische Arbeitsweisen wird das Studium der Kunstwissenschaft konkretisiert und ein fortwährender, lebendiger Dialog mit der Gegenwartskunst angeregt.
Philosophie und Ästhetik
Das theoretische Nebenfach
Neben einem praktischen Nebenfach sieht das Studium der Kunstwissenschaften an der Hochschule für Gestaltung auch die Wahl eines Theorienebenfachs vor. Der Fachbereich ‚Philosophie und Ästhetik’ ist an der Hochschule durch zwei Professuren und zwei akademische Mitarbeiter vertreten und bildet durch seine kunstphilosophische, medientheoretische Ausrichtung eine ideale Ergänzung und Erweiterung zum Studium der Kunstwissenschaft. Die Hochschule strebt an, Philosophie und Ästhetik in naher Zukunft auch als Hauptfach studierbar zu machen. Schon jetzt bietet ein Kooperationsvertrag der HfG mit der Universität Karlsruhe | KIT die Möglichkeit, dort ein alternatives geisteswissenschaftliches Nebenfach zu belegen. Generell können die Angebote der Universität Karlsruhe, wie zum Beispiel kunsthistorische Propädeutika, Sprachkurse oder auch das am Zentrum für angewandte Kulturwissenschaft | ZAK angebotene Begleitstudium, jederzeit auch ergänzend zum Studienangebot der HfG wahrgenommen werden.
Magister statt Master
Die Offenheit und Weitläufigkeit des lichtdurchfluteten Hallenbaus der Hochschule für Gestaltung findet ihre ideelle Entsprechung in der pluralistischen Offenheit und Interdisziplinarität des Ausbildungskonzepts der Hochschule. Das Studienprogramm ist flexibel: Die einzelnen Studienfelder sind durchlässig angelegt, sodass je nach individuellem Interesse interdisziplinäre Bezüge zu anderen Fächern möglich sind. Ob das Studium der Kunstwissenschaft in Verbindung mit Ausstellungsdesign auf eine kuratorische Tätigkeit hin erweitert wird, ob es in Kombination mit einem Bereich der Medienkunst auf eine spezialisierte Auseinandersetzung mit Film, Fotografie oder der Kunst der Neuen Medien hinführt oder ob sich eigene gestalterische Ambitionen in der Wahl eines Design-Nebenfachs ausdrücken... Dies zu entscheiden und daraus ein ganz persönliches Studienprofil zu entwickeln, bleibt jedem Einzelnen überlassen. So erhalten die Studenten der HfG nicht nur eine fundierte, breit gefächerte Ausbildung, sondern werden auch dazu angeregt, innerhalb eines weit gefassten Themenfeldes eigene Forschungsschwerpunkte zu entwickeln.
Die Hochschule für Gestaltung versteht sich als eine ‚Schule der Selbständigkeit’. Ihr Ausbildungskonzept, das einen Freiraum zur Entfaltung der individuellen Potenziale jedes Einzelnen bietet, lässt sich nicht in starren Modulen formatieren. Deshalb haben wir ganz bewusst kein Bachelor-/ Master-System eingeführt. Der in der Kunstwissenschaft der HfG erworbene ‚Magister Artium’ ist dem universitären Abschluss ‚Master of Arts’ gleichwertig und wird heute und in Zukunft international anerkannt.
Der Magisterstudiengang ‚Kunstwissenschaft und Medientheorie’ umfasst eine Regelstudienzeit von 9 Semestern und ist in zwei große, etwa gleichlange Abschnitte geteilt: Grundstudium und Hauptstudium. Beide Etappen werden mit einer Prüfung abgeschlossen – der Zwischenprüfung und dem Magister. Aufbauend auf dem Magisterexamen ist die Promotion (Dr. phil.) in den Fächern ‚Kunstwissenschaft und Medientheorie’ sowie ‚Philosophie und Ästhetik’ möglich.
Bewerbung
Bis zum 31. Mai jeden Jahres kann man sich für ein Studium an der Hochschule für Gestaltung bewerben. Studienbeginn ist immer das Wintersemester. Voraussetzung für die Zulassung zum Kunstwissenschaftstudium an der HfG ist die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife und das erfolgreiche Passieren eines Auswahlverfahrens. Dieses Verfahren setzt sich aus zwei Etappen zusammen: Der Abgabe eines Essays zu einem beliebigen kunstwissenschaftlichen Themengebiet im ersten Schritt und einem persönlichen Vorstellungsgespräch im zweiten Schritt.
Detaillierte Informationen zur Bewerbung und die notwendigen Bewerbungsunterlagen stehen auf der Hauptwebsite der HfG zum Download bereit. Dort werden außerdem der Studienberatungstermine angekündigt, die im Frühjahr von allen Fachbereichen angeboten werden. Persönliche Fragen beantwortet Ihnen auch gerne das Studentensekretariat.
Noch Fragen?
Sie haben sich bereits über unsere Hochschule erkundigt und möchten sich nun ein noch konkreteres Bild von den Studieninhalten der Hochschule für Gestaltung machen? Dann werfen Sie doch einen Blick in die Vorlesungsverzeichnisse der vergangenen Semester! Da das Studium interdisziplinär angelegt ist, brauchen Sie sich dabei nicht auf Veranstaltungen des Fachbereichs Kunstwissenschaft zu beschränken.
Eine wertvolle Informationsquelle bieten auch unsere Jahresberichte, in denen Sie Rückblicke auf die Aktivitäten der einzelnen Fachbereiche, Texte unserer Professoren, Statistiken sowie Interviews mit Alumni finden. All diese Informationen und noch viel mehr stehen auf der Hauptwebsite der HfG für Sie bereit. Viel Spaß beim Lesen!
Professoren:
Prof. Dr. Beat Wyss
Prof. Dr. Wolfgang Ullrich
Vertretungsprofessoren:
Dr. Bärbel Küster
Sekretariat:
Ellen Mai
Tel. +49 721/8203-2275
E-Mail: emai(ät)hfg-karlsruhe.de
Fachbereichs-Homepage: http://kunstwissenschaften.hfg-karlsruhe.de
| Anhang | Größe |
|---|---|
| Prüfungsordnung_Kunstwissenschaft_und_Medientheorie_2007.pdf | 77.62 KB |
